FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat sich am Dienstag von seinem sehr schwachen Wochenbeginn erholt. Im US-chinesischen Handelsstreit ließ die zuletzt scharfe Rhetorik etwas nach. Das half dem Markt.

Mit plus 0,44 Prozent rückte der deutsche Leitindex gegen Mittag auf 11 928,42 Punkte vor. Für den MDax <DE0008467416> ging es um 1,11 Prozent hoch auf 25 315,65 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> verbuchte ein Plus von 0,73 Prozent. Zahlreiche Quartalsberichte und Unternehmensnachrichten sorgten für Gesprächsstoff.

Nach der Eskalation im Handelskrieg mit China war US-Präsident Donald Trump wieder etwas zurückgerudert. Er hat nach eigenen Angaben noch nicht über eine weitere Verschärfung der Gangart entschieden. Am Rande des Gipfels der großen Industrieländer (G20) Ende Juni im japanischen Osaka wolle er mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping reden, sagte Trump. Insgesamt müsse aber davon ausgegangen werden, dass der Streit noch längere Zeit für Unsicherheiten an den Märkten sorgen werde, fürchten die Experten der Helaba.

Neben Quartalszahlen standen im Dax die Aktien des Agrarchemiekonzerns Bayer <DE000BAY0017> nach einer weiteren Gerichtsschlappe im US-Glyphosat-Prozess mit deutlichen Kursverlusten von zuletzt 2,2 Prozent im Fokus. Im Tief waren sie mit 53,65 Euro auf den niedrigsten Stand seit 2012 gerutscht.

Schlechter im Dax waren nur noch Vonovia <DE000A1ML7J1> mit minus 3,3 Prozent, die von einer Kapitalerhöhung belastet wurden. Der Immobilienkonzern hatte mit dieser Maßnahme mehr Geld eingenommen als erhofft. Analyst Jonathan Kownator von Goldman Sachs kommentierte, die Gesellschaft habe das Kapital erhöht nach einem starken Kursanstieg der Aktien.

Thyssenkrupp <DE0007500001> schwankten zeitweise stark zwischen Gewinnen und Verlusten und notierten zuletzt leicht schwächer. Der Industrie- und Stahlkonzern hatte im zweiten Geschäftsquartal rote Zahlen geschrieben. Am Vortag waren die Anteile um fast neun Prozent gefallen und hatten damit einen Teil der Kurs-Rally vom Freitag im Zuge der Ankündigung des Strategieschwenks abgegeben.

Die Quartalszahlen von Merck seien in die Kategorie "durchwachsen bis schlechter als erwartet" einzuordnen, sagte ein Händler. Die Anteile büßten 2,1 Prozent ein.

Geringere Schäden durch Stürme und andere Naturkatastrophen hatten Europas größtem Versicherer Allianz <DE0008404005> zum Jahresauftakt einen überraschend starken Gewinnschub beschert. Die Aktien legten um einen Prozent zu.

Top-Wert im Dax waren RWE <DE0007037129>, die am Tag vor der Zahlenvorlage 3,4 Prozent gewannen. Analyst Alberto Gandolfi von Goldman Sachs rechnet mit einem starken Abschneiden des Versorgers im Geschäft mit erneuerbaren Energien.

Im MDax der mittelgroßen Werte legten die Aktien des Wirkstoff-Forschers Evotec <DE0005664809> nach Zahlen um 5,2 Prozent zu. Ähnlich stark nach oben mit 4,3 Prozent ging es für die Anteile des Dünger- und Salzkonzerns K+S <DE000KSAG888> - ebenfalls nach Zahlen.

Die Absage der Übernahme von Scout24 <DE000A12DM80> durch die Finanzinvestoren Hellmann & Friedman und Blackstone <US09253U1088> drückte hingegen die Aktien des Betreibers von Online-Marktplätzen mit einem Minus von 6 Prozent ans MDax-Ende. /ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---