FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist die Erholung nach dem Kurseinbruch zu Wochenbeginn verpufft. Der Leitindex Dax war im frühen Handel am Dienstag noch um mehr als 1 Prozent in die Höhe geschnellt, bevor der Schwung allmählich nachließ. Am späten Vormittag rutschte das Börsenbarometer minimal ins Minus und notierte zuletzt prozentual nahezu unverändert bei 15 132,93 Punkten.

Wieder aufgeflammte, massive Corona-Sorgen hatten den Dax am Montag aus seinen ruhigen Bahnen in Sichtweite des Rekordhochs von 15 810 Punkten geworfen. Mit einem Minus von mehr als zweieinhalb Prozent trübte sich das charttechnische Bild zumindest kurzfristig massiv ein.

Allerdings verwiesen die Autoren des Börsenbriefes "Bernecker-Daily" auf die relativ geringen Handelsumsätze im Dax am Montag, was die Aussagekraft des Kursrutsches aus markttechnischer Sicht einschränke. Vielmehr handele es sich bei dieser Korrektur um eine gesunde Entladung der zuvor durch Spekulationen um die Geldpolitik aufgeladenen Atmosphäre.

Auch im MDax bröckelten die Gewinne am Dienstag immer weiter ab. Der Index der mittelgroßen Werte gab zuletzt um 0,19 Prozent auf 33 810,86 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte noch um 0,2 Prozent zu.

Unter den Favoriten im Dax stiegen die Aktien von Heidelbergcement um gut ein Prozent. In der Branche der Baustoffproduzenten dürfte das erste Halbjahr stark ausgefallen sein, weshalb die Markterwartungen nochmals steigen sollten, schrieb Analystin Elodie Rall von der US-Bank JPMorgan.

Im MDax büßten die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 anfängliche Gewinne von knapp drei Prozent komplett ein, obwohl der Medienkonzern seine Prognose für das laufende Jahr erneut erhöhte hatte. Das Unternehmen habe ein starkes Wachstum der Werbeeinnahmen und der Erlöse verzeichnet, schrieb JPMorgan-Analyst Daniel Kerven.

Im Tagesverlauf aber konzentrierten sich die Anleger zunehmend auf die Schattenseiten des Geschäftsberichts. So monierte ein Händler die etwas träge wirkenden Gewinnziele für das Gesamtjahr, die nun wohl bei einem etwas gründlicheren Blick auf den angehobenen Ausblick in den Fokus gerückt seien. Bei den Papieren von ProSiebenSat.1 stand zuletzt ein Minus von einem halben Prozent zu Buche.

Die Anteilsscheine des Medizintechnik-Herstellers Carl Zeiss Meditec hatten im frühen Handel ein Rekordhoch erklommen und lagen zuletzt nur noch minimal im Plus. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hatte die Papiere zum Kauf empfohlen. Dank des dynamischen Umsatzwachstums steuere das Unternehmen auf ein "neues Profitabilitätsniveau" zu, schrieb Analyst Aliaksandr Halitsa./la/mis

- Von Lutz Alexander, dpa-AFX -