FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Vortagesverluste am Freitag abgeschüttelt und steuert auf eine erfolgreiche Börsenwoche zu. Positive Vorgaben der Börsen in den USA und Japan sowie eine mögliche Verschiebung von US-Strafzöllen auf mexikanische Produkte stützten die Kurse, hieß es. Am Nachmittag stehen dann die offiziellen US-Arbeitsmarktzahlen im Anlegerfokus.

Der Dax <DE0008469008> überwand die vielbeachtete Marke von 12 000 Punkten und notierte zuletzt 0,81 Prozent im Plus bei 12 050,54 Zählern. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein Wochenplus von rund 2,7 Prozent an. Der MDax <DE0008467416>, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, gewann am Freitag 0,71 Prozent auf 25 144,25 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 1,1 Prozent aufwärts.

Neuigkeiten gab es von konjunktureller Seite: So haben die deutschen Unternehmen im April weniger Waren ins Ausland verkauft - sowohl im Vergleich zum Vorjahresmonat als auch im Vergleich zum März des laufenden Jahres. Nachdem die Europäische Zentralbank mit ihrem geldpolitischen Kurs am Vortag den Markt enttäuscht hatte, steht nun am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus.

"Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht der privaten Arbeitsvermittlung ADP wird spannend, ob der offizielle Arbeitsmarktbericht in dieselbe Richtung zeigt", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Zudem wird die Fed vor möglichen Zinssenkungen sehr genau auf die Stärke des Arbeitsmarktes und die Dynamik bei der Lohnentwicklung schauen."

Aus Branchensicht leidet der Immobiliensektor weiterhin unter dem drohenden politischen Verbot von Mietsteigerungen in Berlin. Diversen Presseberichten zufolge will die Berliner Landesregierung die Wohnungsmieten ab 2020 für fünf Jahre einfrieren. So waren die Aktien von Vonovia <DE000A1ML7J1> mit einem Verlust von 0,5 Prozent erneut das Schlusslicht im Dax. Ado Properties sackten um weitere 3,4 Prozent ab und Adler Real Estate um 5,1 Prozent.

Schwächster Immobilienwert waren aber die Papiere der Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> mit minus 5,6 Prozent. Sie litten zusätzlich unter einer Abstufung der US-Investmentbank Morgan Stanley. Bereits am Donnerstag waren die Aktien um fast 8 Prozent eingebrochen.

Den Xing-Papieren <DE000XNG8888> sah man die Dividendenausschüttung von 5,70 Euro je Aktie nicht an, denn die Papiere des Karriere-Netzwerks notierten mit einem Kursplus von 3,2 Prozent bei 357 Euro. Damit stehen sie kurz davor, die durch eine Abstufung der Berenberg Bank Anfang Mai aufgerissene Kurslücke zu schließen. Das Rekordhoch war ebenfalls im Mai bei 375 Euro markiert worden.

Die Aktien der Software AG <DE000A2GS401> setzten sich deutlich von ihrem jüngsten Tief seit Sommer 2016 bei 28,83 Euro ab und gewannen 2,7 Prozent auf 29,82 Euro. Zuvor hatte die Credit Suisse ihre sechsjährige "Underperform"-Einstufung aufgegeben. Analyst Charles Brennan sieht mit seinem Kursziel von 33 Euro ordentliches Erholungspotenzial. Er lobte die steigende Bedeutung des Abo-Modells als günstig für die langfristige Ergebnisstabilität der Darmstädter.

Hella-Aktien <DE000A13SX22> verloren hingegen 4,8 Prozent. Die Investmentbank Oddo BHF stufte sie von "Neutral" auf "Reduce" ab und senkte das Kursziel von 45 auf 36 Euro. Die Profitabilität des Scheinwerfer-Herstellers dürfte 2019/20 stärker als bislang erwartet sinken, schrieb Analyst Harald Eggeling zur Begründung./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---