FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag seine Vortagsgewinne nicht ganz behauptet. Der Leitindex notierte zuletzt mit 0,20 Prozent im Minus bei 15 557,54 Punkten. Er steuert damit aber auf ein Wochenplus von 0,7 Prozent zu. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte entwickelte sich besser, er legte am Freitag 0,26 Prozent auf 34 433,34 Punkte zu.

Der Dax befindet sich weiter in keinem nachhaltigen Trend. Nach dem Auf und Ab der vergangenen Tage scheuten die Anleger weiter einen Angriff auf die bisherige Rekordmarke bei 15 802 Punkten. Er folgt damit den US-Börsen nur mit gedrosseltem Tempo, denn dort sind ihm die Technologie-Indizes der Nasdaq und nun auch der marktbreite S&P 500 mit Höchstständen neuerdings eine Nase voraus.

"Einerseits zeigt sich seit geraumer Zeit, dass der Spielraum auf der Oberseite ausgereizt zu sein scheint, andererseits werden zwischenzeitliche Rücksetzer zügig wieder aufgeholt", hieß es am Morgen von der Landesbank Helaba. Der Charttechniker Andreas Büchler von Index-Radar sieht ein positives Zeichen darin, dass der Dax in den vergangenen Tagen keine weiteren Tiefs mehr markierte. 15 309 Punkte hatten Anfang der Woche zwischenzeitlich noch das niedrigste Niveau seit einem Monat bedeutet.

Bei den Anlegern finden Fortschritte des US-Präsidenten Joe Biden im Ringen um billionenschwere Investitionen in die Infrastruktur Anklang. Der US-Präsident verkündete eine Einigung mit eine Gruppe demokratischer und republikanischer Senatoren auf ein Paket für Investitionen in Straßen, Brücken, Verkehrs- und Energienetze. Eine Zustimmung im Kongress gilt damit aber weiter nicht als gewiss. Dennoch profitierten hierzulande die Bauwerte: Die Titel des Baustoffkonzerns Heidelbergcement zogen im Dax um 1,8 Prozent an und jene des Baukonzerns Hochtief im MDax um zwei Prozent.

Außerdem erhielten die US-Banken im Rahmen eines Stresstests positives Feedback: Die US-Notenbank Fed hob die Einschränkungen von Aktienrückkäufen und Dividenden auf. Dies stützte am Freitag hierzulande auch ein Stück weit die Aktien der Deutschen Bank , für die es zuletzt um 0,65 Prozent hoch ging.

Mit einem Anstieg um 5,3 Prozent waren aber vor allem die Adidas -Papiere stark gefragt. Hier verwiesen Börsianer auf einen Umsatzsprung des Wettbewerbers Nike , dessen Aktien im nachbörslichen US-Handel um 14 Prozent anzogen. Die Adidas-Titel schafften es mit knapp 310 Euro auf ein Hoch seit Anfang 2020, als die Aktie bei 317 Euro ihren Rekord aufgestellt hatte.

Der Sportartikel-Hersteller Nike hatte mit seinen Zahlen für das vergangene Quartal die Markterwartungen deutlich übertroffen und auch mit seiner neuen Jahresprognose überzeugt. Auch die Papiere des Konkurrenten Puma profitierten davon im MDax mit einem Anstieg um 1,7 Prozent. Sie wurden am Freitag erstmals in ihrer Geschichte kurz über 100 Euro gehandelt.

Auf der Verliererseite stand dagegen die zuletzt rekordhohe Aktie der Deutschen Post , die um 0,8 Prozent sank. Auch hier waren die Blicke auf einen US-Wettbewerber gerichtet: Fedex verfehlte mit seinem Ausblick die Erwartungen und so war die Aktie des US-Logistikers im nachbörslichen New Yorker Handel unter Druck geraten, obwohl es für die Quartalszahlen positives Feedback gab.

Auch die Aktien der Hornbach Holding standen im Blickfeld. Gute Quartalszahlen und der daraufhin in Aussicht gestellte Erlösanstieg in diesem Jahr sorgte unter den Anlegern für Begeisterung. Nach wechselhaftem Start wurde der Kurs zuletzt um mehr als zehn Prozent nach oben katapultiert.

Schwer unter Druck standen dagegen die Aktien von K+S die im MDax um 4,6 Prozent abrutschten. Sie scheinen damit nach bislang sehr gutem Lauf in diesen Jahr wieder in den Korrekturmodus umzuschwenken, hieß es am Markt. Von Mitte April bis Mitte Juni waren sie im Zuge steigender Preise für Kalidünger um die Hälfte angesprungen.

Ansonsten beschäftigte am Freitag auch ein Börsengang die Anleger: Bike24 startete solide in den Handel, nachdem der Ausgabepreis zuletzt mit 15 Euro nur am unteren Rande der Zielspanne festgelegt werden konnte. Der erste Kurs lag mit 15,30 Euro leicht darüber, zuletzt wurden dann 15,94 Euro bezahlt. Aktionäre der ersten Stunde konnten sich so über mehr als sechs Prozent Zugewinn freuen./tih/mis

- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX -