FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich nach seinen jüngsten Verlusten etwas stabilisiert. Der deutsche Leitindex hatte zunächst einen holprigen Handelsstart hingelegt, bewegte sich dann aber in ruhigeren Bahnen und notierte am Montagnachmittag bei 15 146,23 Punkten nur minimal im Minus.

Der Dax habe nach dem Monatsverlust von 3,6 Prozent im September nun eine wichtige Wendezone erreicht, schrieb der Börsenstatistiker Andreas Büchler von Index Radar. Erfolge hier keine Bodenbildung, wäre das erstmals seit langer Zeit wieder ein stärkeres Schwächezeichen, welches über die nächsten Wochen hinaus wirksam wäre.

Für den MDax der mittelgroßen Börsenwerte ging es am Montag um 0,29 Prozent auf 34 053,74 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 0,2 Prozent nach.

Experten machen Anlegern aktuell wenig Hoffnung auf einen goldenen Herbst. Bei der US-Notenbank steht ein Tritt auf die Bremse der ultralockeren Geldpolitik wohl unmittelbar bevor. Diese gilt als wichtigster Treiber der Börsenrally der vergangenen Jahre. Zudem sorgen sich die Investoren um Inflation und Konjunktur wegen der coronabedingten Lieferkettenprobleme.

Ferner geht in China das Drama um den schwer angeschlagenen Immobilienriesen Evergrande weiter. Dessen Aktien sowie die seiner Hausverwaltung wurden an der Börse in Hongkong vom Handel ausgesetzt. Es ist das erste Mal in der jüngsten Liquiditätskrise des hoch verschuldeten Unternehmens, dass der Handel mit seinen Aktien ausgesetzt wurde.

Unter den Einzelwerten sorgten zu Wochenbeginn insbesondere Analystenkommentare für Bewegung. So litten die Aktien des Sportartikelkonzerns Adidas im Dax unter einer skeptischen Studie der Bank of America und fielen um fast zwei Prozent. Analyst David Roux verwies auf die unsichere Erholung des chinesischen Absatzmarktes und die Probleme, die derzeit in den Lieferketten vorherrschten.

Unter den Schlusslichtern im MDax büßten die Anteilsscheine von Nemetschek rund drei Prozent ein, nachdem das Bankhaus Metzler die Kaufempfehlung für die Papiere gestrichen hatte. Mit Blick auf den Aktienkurs des Bausoftware-Spezialisten sei es an der Zeit für eine Atempause, schrieb Analyst Holger Schmidt. Die anstehenden Resultate zum dritten Quartal dürften seiner Ansicht nach wie gewohnt von hoher Nachfrage geprägt sein.

Am Index-Ende knickten die Papiere von Befesa um mehr als drei Prozent ein. Der Kepler-Analyst Olivier Calvet sieht die steigenden Energiekosten als Problem für den Recyclingspezialisten. Besonders heftig werde der Gegenwind wohl im kommenden Jahr, weil der Anstieg der Erdgaspreise den von aufbereitetem Aluminium und Zink abhängen dürfte.

Im Nebenwerteindex SDax zogen die Aktien der Adler Group die Aufmerksamkeit auf sich. Nachdem die Anteilsscheine zunächst um fast 18 Prozent in die Höhe geschnellt waren, stand zuletzt noch ein Plus von gut 4 Prozent zu Buche. Der Wohnimmobilienkonzern steht eventuell vor einer großen Neuausrichtung. Aktuell laufe "eine grundlegende Überprüfung" der strategischen Handlungsmöglichkeiten, teilte das Unternehmen mit. Hintergrund sei, dass man von mehreren institutionellen Interessenten Angebote für Teile des Miet-Portfolios erhalten habe.

Der Euro wurde am frühen Nachmittag mit 1,1637 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,1600 (Donnerstag: 1,1579) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8620 (0,8636) Euro gekostet.

Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,31 Prozent am Freitag auf minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,09 Prozent auf 144,64 Punkte zu. Der Bund-Future gab um 0,08 Prozent auf 170,26 Punkte nach unten./la/mis

- Von Lutz Alexander, dpa-AFX -