FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Dax fehlen nach der guten Entwicklung der vergangenen Monate vorerst frische Impulse für einen weiteren Anstieg. Gegen Dienstagmittag verlor der deutsche Leitindex 0,05 Prozent auf 12 321,93 Punkte. Zu Wochenbeginn hatte er im Tagesverlauf noch den höchsten Stand seit Ende September erreicht, letztlich aber nur ein kleines Plus ins Ziel gerettet.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax stieg am Dienstag um 0,30 Prozent auf 26 152,61 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,24 Prozent auf 3493,52 Zähler nach unten.

Am deutschen Aktienmarkt mussten die Anleger eine Zahlenflut verarbeiten: Allein aus dem Dax gab es Geschäftsergebnisse der Deutschen Börse , der Lufthansa und von Beiersdorf , begleitet von den Berichten etlicher Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe.

Die Deutsche Börse steigerte das Ergebnis im ersten Quartal trotz des für den Börsenbetreiber eher mauen Aktienmarktumfelds überraschend deutlich. Die Aktien zählten mit über einem Prozent Plus zu den Favoriten der Anleger im Leitindex. Beim Konsumgüterhersteller Beiersdorf konnten sich die Anleger über ein Kurzuwachs von mehr als zwei Prozent und den Dax-Spitzenplatz freuen. Das Umsatzplus aus eigener Kraft im ersten Quartal sei höher als erwartet ausgefallen, lobte ein Börsianer.

Derweil büßten die Titel der Lufthansa anderthalb Prozent ein. Die Fluggesellschaft strich mit der Vorlage der vollständigen Quartalszahlen die Wachstumspläne für Eurowings weiter zusammen. Angesichts der Engpässe im europäischen Luftraum werde das Flugangebot der Billigtochter auf dem Niveau des Vorjahres verharren, hieß es. Zuletzt hatte der Vorstand noch eine Steigerung um zwei Prozent im Auge gehabt. Analyst Adrian Yanoshik von der Privatbank Berenberg bemängelte zudem eine überraschend schwache Umsatzentwicklung.

Bester Wert im MDax war Nemetschek : Dank des starken Umsatzwachstums im ersten Quartal zogen die Aktien des Bausoftwareherstellers um fast acht Prozent an und erreichten ein Rekordhoch. Gleiches galt für die Anteilsscheine von Symrise mit einem Kursanstieg um mehr als ein Prozent. Auch der Hersteller von Duftstoffen und Aromen überzeugte die Anleger mit einem starken Jahresauftakt. Bei den Titeln des Triebwerksbauers MTU sorgten die guten Geschäftsergebnisse für das erste Quartal für ein Plus von fast zweieinhalb Prozent.

Dagegen ging es für Airbus-Papiere um 0,33 Prozent bergab. Das deutsche Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien brockte dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern einen Einbruch des Quartalsgewinns ein.

Aus dem Nebenwerte-Index SDax stach Ceconomy mit einem Kurssprung von rund neun Prozent heraus. Der Mutterkonzern der Elektronikketten Media Markt und Saturn will mit dem Abbau hunderter Stellen, einem strafferen Geschäft und schlankerem Management zu profitablem Wachstum zurückkehren.

Die Aktien von Rib Software setzten mit einem Anstieg von fast zweieinhalb Prozent ihren Aufwärtstrend fort, nachdem der Branchenkollege von Nemetschek für das erste Quartal ein weiter rasantes Wachstum berichtet hatte.

Dagegen zählten die Anteilsscheine von Klöckner & Co mit über einem Prozent Minus zu den Verlierern im SDax. Die Nachfrageprognose des Stahlhändlers für Europa und die USA klinge nun etwas vorsichtiger als bisher, schrieb Analyst Eugene Kong von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Aixtron-Titel verbilligten sich um knapp ein Prozent. Ein Händler begründete dies vor allem mit den Prognosen des Spezialanlagenbauers für das laufende Jahr./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---