FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Montag nach den kräftigen Gewinnen vom Freitag nicht mehr groß von der Stelle bewegt. Zum Start hatte er zwar nochmals einige Punkte gut gemacht zum Mitte Juni erreichten Rekordhoch von 15 802 Punkten, denn aber musste der Leitindex lange um die Gewinnschwelle kämpfen. Am Nachmittag schaffte er es moderat mit 0,14 Prozent ins Plus auf 15 709,93 Punkte.

Eine Befreiung aus der jüngsten Seitwärtsspanne lässt damit weiter auf sich warten. Der Dax pendelt schon seit Wochen im Bereich von 15 300 Punkten und seinem Rekord hin und her. Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades sieht die Anleger nun in Warteposition für das, was im Laufe der Woche aus den USA kommt. Dort stehen zahlreiche Wirtschaftsdaten und der Start der Berichtssaison auf der Agenda.

Der MDax schlug sich deutlich besser als der Dax, er stieg zuletzt um 0,79 Prozent auf 35 052,16 Punkte - und verbuchte so ein Rekordhoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schaffte es mit 4073,25 Zählern auch knapp ins Plus. In New York dagegen zeichneten sich knapp eine Stunde vor Handelsstart beim Dow Jones Industrial moderate Verluste ab.

Auf einem guten Weg war am Montag die Volkswagen -Aktie, die sich mit plus 2,3 Prozent weiter von ihrem Tief seit Mitte März erholte. Am Freitag waren sie dank starker Eckdaten schon um sechs Prozent angezogen. Nach Börsenschluss war dann noch bekannt geworden, dass Konzernchef Herbert Diess einen neuen Vertrag bis Herbst 2025 erhält. Laut einem Börsianer weicht damit etwas Unsicherheit um die Unternehmensführung.

Bei anderen Autoaktien war die Tendenz anders. Daimler etwa waren mit gut einem Prozent unter den Dax-Verlierern. Der Autobauer setzte wegen der Lieferengpässe bei Halbleitern die Produktion im Werk Sindelfingen erneut aus. In dieser Hinsicht konnte Volkswagen punkten, auf die Halbjahreszahlen der Wolfsburger hatte die Chip-Knappheit überraschend wenig Einfluss gehabt.

Stärker gefragt waren unter den Dax-Werten - wie auch europaweit - die Energiewerte. So rückten die Papiere von RWE um 1,9 Prozent vor. Goldman Sachs-Experte sieht in einer Studie bei "grünen" europäischen Versorgeraktien wie RWE Aufholbedarf. Die Anteile des Energietechnik-Spezialisten Siemens Energy gewannen 1,4 Prozent, nachdem die britische Bank HSBC das Kursziel auf 38 Euro erhöhte. Dieses Ziel impliziert ein Kurspotenzial von fast der Hälfte des aktuellen Kurses.

Auf Unternehmensseite gab es Nachrichten von Bayer , von denen die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns aber nicht profitieren konnten. Sie fielen um 0,9 Prozent, obwohl das Medikament Finerenon eine US-Zulassung erhalten hat, mit der aber bereits gerechnet wurde. Von der früheren Bayer-Tochter Covestro gab es derweil einen angehobenen Jahresausblick, was aber ebenfalls nicht groß überraschte. Die Aktie des Kunststoffkonzerns stagnierte zuletzt auf ihrem Freitagsniveau.

An der SDax-Spitze fielen drei Werte mit jeweils aufgestellten Rekorden auf: Allen voran rückten die Aktien von Nagarro um sieben Prozent vor. Bestmarken gab es dort außerdem bei Eckert & Ziegler sowie dem ebenfalls noch nicht lange börsennotierten Mobilfunk-Sendemastenbetreiber Vantage Towers .

Außerhalb der wichtigsten Dax-Indizes sorgten die Medigene -Aktien mit einem Kurssprung um 8,1 Prozent für Aufmerksamkeit. Berenberg-Analystin Xian Deng lobte in einer am Montag veröffentlichten Erstbewertung die vielversprechenden T-Zell-Therapien und sprach den Aktien daher eine Kaufempfehlung aus.

Für den Euro wurden am Montag zuletzt 1,1852 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1858 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,39 Prozent am Freitag auf minus 0,38 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 145,44 Punkte, der Bund Future dagegen legte 0,1 Prozent auf 174,10 Zähler zu./tih/jha/

- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX -