FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag mit moderatem Kursplus weiter in einer engen Spanne etwas unterhalb seines Rekordhochs bewegt. Am Nachmittag stand der Leitindex 0,19 Prozent höher auf 15 237,88 Punkten. Gute Quartalszahlen von US-Unternehmen stützten, waren aber kein zusätzlicher positiver Treiber. Auch diverse US-Konjunkturdaten, darunter die wichtigen Einzelhandelsumsätze, fielen zwar besser als von Analysten erwartet aus, hinterließen im Dax aber kaum Spuren.

Mehr Schwung gab es in den Reihen hinter dem Dax. So ging es für den MDax der mittelgroßen Werte um 0,90 Prozent hoch auf 33 002,14 Punkte. Um 0,57 Prozent auf 15 928,48 Punkte stieg der Nebenwerteindex SDax , der zuvor erstmals überhaupt die runde Marke von 16 000 Punkten hinter sich gelassen hatte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,4 Prozent.

Anleger seien im aktuellen Umfeld nicht wirklich bereit, Aktien in großem Stil abzustoßen, weil sich damit gleichzeitig ein kaum lösbares Wiederanlageproblem ergäbe, erklärte Experte Jochen Stanzl von CMC Markets. Es werde zwar inzwischen mehr über das Risiko einer Straffung der Geldpolitik gesprochen, aber diese dürfte noch Jahre entfernt sein.

An der Dax-Spitze setzten die Papiere des Softwarekonzerns SAP ihren Aufwärtstrend fort mit plus 2,3 Prozent. Im Fokus stand hierzulande aber die Immobilienbranche nach der Entscheidung zum Berliner Mietendeckel, den das Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärte. Er verstoße gegen das Grundgesetz. Vor allem die Aktien des Konzerns Deutsche Wohnen mit seinem großen Bestand in Berlin reagierten darauf zunächst mit hohem Kursgewinn, der am Nachmittag aber auf 1,7 Prozent schmolz.

Vonovia drehten gar ins Minus mit zuletzt 0,9 Prozent. Der Konzern erklärte kurz nach dem Entscheid, auf Mietnachzahlungen verzichten zu wollen. Grand City Properties gewannen im MDax 1,7 Prozent.

Flatexdegiro kletterten erstmals über die runde Marke von 100 Euro, zuletzt kosteten sie mit einem Plus von elf Prozent 102,50 Euro. Nach einem starken ersten Quartal hob der Online-Broker die Jahresprognose erneut an. Um fast neun Prozent nach oben ging es für SAF-Holland nach einer positiven Einschätzung der Berenberg Bank. Mit einem Kursziel von 19,30 Euro sehen die Analysten für die Papiere des Lkw-Zulieferers noch deutlich Luft nach oben.

Der Euro kostete am Nachmittag 1,1972 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1964 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,35 Prozent am Vortag auf minus 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 144,71 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,22 Prozent auf 171,11 Punkte vor./ajx/jha/

- Von Achim Jüngling, dpa-AFX -