FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Montag nach Erreichen eines Rekordhochs mühsam im Plus gehalten. Nachdem sich der deutsche Leitindex im frühen Handel zu einer Bestmarke von knapp 14 835 Punkten aufgeschwungen hatte, stand am frühen Nachmittag nur noch ein Plus von 0,19 Prozent auf 14 777,22 Punkte zu Buche. Deutliche Verluste bei den Aktien der Deutschen Bank trübten das positive Bild.

"Der Dax beweist erneut eine erstaunliche Stabilität gegenüber negativen Nachrichten", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Das Versprechen von US-Präsident Joe Biden einer noch schnelleren Impfung der Bevölkerung sei genau das, was die Investoren hören wollten, die jetzt in Value-Aktien investiert haben, fuhr Stanzl fort.

Derweil bleibt die Corona-Lage hierzulande angespannt. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner stieg laut Robert-Koch-Institut weiter. Zudem erteilte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) allen geplanten Lockerungen und Modellprojekten in der Pandemie angesichts der dritten Corona-Welle eine klare Absage.

Der MDax der mittelgroßen Werte stand 0,16 Prozent im Minus bei 31 544,58 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wiederum ging es um 0,3 Prozent nach oben.

Mit Blick auf Bankaktien stimmte Börsianer europaweit besorgt, dass ein Zahlungsausfall beim US-Hedgefonds Archegos Capital mehrere Großbanken laut Insidern teuer zu stehen kommen könnte. Die Credit Suisse warnte vor möglicherweise hohen Verlusten, nachdem ein bedeutender Hedgefonds mit Sitz in den USA in der vergangenen Woche Nachschussforderungen der schweizerischen Bank nicht nachgekommen sei. Die Credit Suisse und andere Institute zögen sich nun aus ihren Positionen zurück. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX ist auch die Deutsche Bank bei Archegos engagiert, aber nicht so stark wie andere Geldhäuser.

In Zürich knickten die Anteilsscheine der Credit Suisse um 15 Prozent ein. Hierzulande büßten die Aktien der Deutschen Bank als Schlusslicht im Dax fast 3 Prozent ein. Im MDax gaben die Papiere der Commerzbank leicht nach.

Die Turbulenzen in der Bankenbranche dürften sich derweil laut dem Marktstrategen Stephen Innes vom Handelshaus Axi kaum auf die Gesamtwirtschaft ausweiten. Es handele sich hier um einen Einzelfall eines schlechten Risikomanagements, der letztendlich nur wenige oder gar keine dauerhaften makroökonomischen Auswirkungen haben dürfte.

Besser als den Finanzwerten erging es zu Wochenbeginn den Papieren von Volkswagen (VW) und BMW , die um ein Prozent beziehungsweise anderthalb Prozent stiegen. Das Analysehaus Jefferies sieht bei den Papieren gestandener Autobauer auch nach zuletzt gutem Lauf noch Luft nach oben. Der Experte Philippe Houchois äußerte sich überzeugt davon, dass sich die etablierten Konzerne in Zeiten des Übergangs zur Elektromobilität zur Wehr setzen werden und die Bewertung ihrer Aktien vor diesem Hintergrund noch weiter anziehen kann - wenn auch nicht auf das Niveau des Technologieführers Tesla .

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1784 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt auf 1,1782 (Donnerstag: 1,1802) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8487 (0,8473) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,40 Prozent am Freitag auf minus 0,39 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 145,12 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,07 Prozent auf 172,10 Punkte zu./la/fba

- Von Lutz Alexander, dpa-AFX -