FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Dax hat es am Dienstag nach seinem zu Wochenbeginn erreichten Rekordhoch vorerst wieder an neuem Schwung gefehlt. Gegen Mittag gab der deutsche Leitindex um 0,09 Prozent auf 15 776,08 Punkte nach. Am Montag hatte er mit 15 806 Punkten einen Rekord erreicht. Dieser bleibt in Sichtweite.

"Der Index befindet sich weiterhin klar im Aufwärtstrend und hat die lange Seitwärtsbewegung am Vortag nach oben verlassen", urteilten am Morgen die Chartexperten der Schweizer Bank UBS. Ob der Ausbruch nachhaltig ist, muss sich aber erst noch zeigen. Als nächste Marke gelten 16 000 Punkten, bei der Milan Cutkovic vom Broker Axi von einer "psychologischen Schallmauer" spricht. Nach Rekordhochs seien erste Gewinnmitnahmen zuletzt zur Gewohnheit geworden.

Der MDax stand am Dienstagmittag prozentual unverändert bei 34 958,63 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte mit 4090,32 Zählern ähnlich knapp im Minus wie der Dax.

Anleger blicken gespannt in die USA, wo am Nachmittag Inflationsdaten erwartet werden. Angesichts einer nach wie vor wohl hohen Teuerung bei gleichzeitig wachsendem Konjunkturpessimismus sehen die Experten der Landesbank Helaba die US-Notenbank Fed in einer Zwickmühle. "Vermutlich wird sie auf die Politik der ruhigen Hand setzen, um die wirtschaftliche Erholung nicht unnötig zu gefährden", so ihre Vermutung.

Außerdem wird am Dienstag in den USA von den Banken JPMorgan und Goldman Sachs die Berichtssaison eingeläutet. "Die Erwartungen sind hoch", sehen die Helaba-Experten im Zuge der Berichtssaison nur moderates Überraschungspotenzial. Bei den Papieren der Deutschen Bank zeigten sich die Anleger aber nicht mutig, der Kurs tauchte zuletzt mit 1,3 Prozent ins Minus ab. Die Titel wurden zum Schlusslicht im Dax.

Hierzulande gab es bereits Quartalszahlen von Gerresheimer , woraufhin die Aktien des Verpackungsherstellers um 7,5 Prozent absackten. Das zweite Quartal sei eigentlich in Ordnung, aber hinsichtlich der Gewinnqualität und des freien Mittelzuflusses habe es Mängel gegeben, erklärte JPMorgan-Experte David Adlington. Anleger machten nach dem zuletzt guten Lauf der Papiere erst einmal Kasse.

Im MDax kamen ferner die Aktien von Qiagen deutlich unter Druck, sie fielen nach einem gesenkten Ausblick und ersten Kursausschlägen schon im späten Vortagshandel um zuletzt 2,8 Prozent. Analysten zeigten sich überrascht von diesem Schritt des Diagnostik- und Biotechunternehmens, das bisher mit seinen Corona-Tests als Profiteur der Pandemie gilt. Ulrich Huwald von Warburg Research sprach von einer gewissen Brisanz, zumal unter Investoren zuletzt schon Kritik am Aufsichtsrat laut geworden sei.

Im SDax ließ eine positive Analystenstimme der Credit Suisse die Aktien von Zooplus an der Indexspitze um 3,1 Prozent anziehen. Im frühen Handel war das Plus noch deutlicher, zeitweise näherten sie sich nach einigen Tagen Pause wieder ihrem Rekord. Analystin Victoria Petrova hat die Bewertung mit "Outperform" aufgenommen, trotz deutlicher Kursgewinne in diesem Jahr sieht sie mit einem 368-Euro-Kursziel noch ein Drittel Luft nach oben./tih/jha/

- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX -