FRANKFURT (dpa-AFX) - Am großen Verfallstag an den Terminbörsen hat der Dax bis zum Mittag weiter nachgegeben. Der deutsche Leitindex stand zuletzt mit 1,09 Prozent im Minus bei 14 231,44 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Börsenkonzerne verlor zuletzt 0,45 Prozent auf 31 331,81 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es zeitgleich um 1,02 Prozent auf 3845,59Punkte nach unten.

Börsianer begründeten die Entwicklung auch mit dem Auslaufen bei Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, weil größere Marktakteure die Kurse vor dem Verfallstermin oft noch in die von ihnen gewünschte Richtung beeinflussen.

Aktuell liefern sich laut Christian Henke von IG Markets die Bullen und Bären am Markt einen Kampf um charttechnisch wichtige Marken. Sollte sich der Dax im Handelsverlauf weiter nach unten orientieren, würde laut den Charttechnikern der Schweizer UBS die 14 000er-Schwelle mit der knapp darunter liegenden Haltezone wieder in den Fokus rücken.

Obwohl nach drei Wochen Krieg ein Waffenstillstand noch immer nicht greifbar ist, hat der Dax allerdings bisher eine starke Börsenwoche hingelegt. Noch in der vergangenen Woche war das Börsenbarometer wegen des Ukraine-Kriegs bei 12 438 Punkten auf ein Tief seit November 2020 gefallen. Die Nervosität unter den Anlegern bleibt gleichwohl hoch, was sich auch tags zuvor an starken Kursschwankungen am hiesigen Markt zeigte.

Unternehmensseitig setzte sich nach einer bereits mit Jahresbilanzen prall gefüllten Woche der Zahlenreigen am deutschen Aktienmarkt weiter fort: Beim Immobilienkonzern Vonovia setzten nach einem als solide eingestuften Jahresbericht und einem erwartungsgemäßen Ausblick Gewinnmitnahmen der jüngsten Kurserholung vorerst ein Ende - die Papiere notierten mit drei Prozent Minus am Dax-Ende.

Der Kurs der Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen , die ebenfalls Zahlen veröffentlichte, gab um rund zweieinhalb Prozent nach. Moderate Gewinne gab es nach der Bilanzpräsentation für den IT-Dienstleister Bechtle .

Ein Medienbericht über ein angebliches Interesse von Investoren an einem Milliardeninvestment machten die Papiere von Vantage Towers , der ehemaligen Funkturm-Sparte von Vodafone , zum Spitzenreiter im MDax - mit mehr als zehn Prozent Aufschlag sprangen sie auf einen Rekord.

Aktien des Flughafenbetreibers Fraport stiegen nach einer Kaufempfehlung durch die britische Bank HSBC um fast drei Prozent. Rheinmetall-Anteile setzten nach gleich mehreren positiven Analystenkommentaren ihre Rekordjagd mit gut fünfeinhalb Prozent weiter fort. Die Papiere waren angesichts des Ukraine-Kriegs und der geplanten höheren Verteidigungsausgaben Ende Februar in Schwung gekommen.

Ein wegen unterschiedlicher Auffassungen nicht über das Jahresende hinaus verlängerter Vertrag von Cewe-Vorstandschef Christian Friege sorgte die Anleger. Der Manager sei federführend für den Erfolg des Fotodienstleisters in den vergangenen Jahren gewesen, merkte ein Händler an. Die im SDax notierten Papiere verloren mehr als vier Prozent. Auf dem letzten Index-Platz zollten Anteile des Leasingspezialisten Grenke mit fast sieben Prozent Minus ihrem starken Lauf tags zuvor Tribut./tav/stk

- Von Tanja Vedder, dpa-AFX -