FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstag bislang kaum vorwärts gekommen. Der deutsche Leitindex stand zuletzt 0,02 Prozent höher bei 12 315,15 Punkten. Der Index der mittelgroßen Werte MDax verlor 0,26 Prozent auf 25 936,48 Punkte. Der EuroStoxx 50 rutschte mit ähnlichem prozentualen Abschlag ins Minus.

Bis zum Mittwoch hatte der Dax neun Gewinntage in Folge verbuchen können. "Es sind jetzt Kursregionen erreicht, die zum Startpunkt einer übergeordneten, stärkeren Korrektur werden könnten", warnten die Chart-Analysten der Schweizer Großbank UBS . Seit seinem letzten Verlusttag ist der Dax um fast 4 Prozent von Jahreshoch zu Jahreshoch geklettert.

Im Fokus steht die geplatzte Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank . Die beiden Geldhäuser teilten mit, dass die Gespräche über einen Zusammenschluss ergebnislos beendet worden seien. Eine Fusion böte "keinen ausreichenden Mehrwert". Die Aktie der Deutschen Bank, die bei einer Fusion der Käufer gewesen wäre, legte zuletzt um rund 4,2 Prozent zu und war damit Dax-Spitzenreiter. Die Deutsche Bank hatte gleichzeitig mit dem Abbruch der Fusionsgespräche verkündet, dass die Geschäfte im ersten Quartal weniger schlecht gelaufen sind als befürchtet. Die Papiere der Commerzbank fielen im MDax um mehr als 2 Prozent und bauten damit die Verluste der Vortage aus.

Anleger schauen außerdem auf zahlreiche Unternehmensberichte. Im Dax legten Bayer rund 3,4 Prozent und Wirecard rund 1,7 Prozent zu. Bayer bestätigte den Jahresausblick, ein Börsianer sprach bei Bayer mit Blick auf die Probleme des Konzerns von beruhigenden Zahlen. Wirecard konnte seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr deutlich steigern.

Auch im MDax brummt die Berichtssaison. Eine erhöhte Umsatzprognose gab Delivery Hero einen kräftigen Schub. Die Papiere des Essenslieferanten setzten sich mit einem Plus von 4,2 Prozent an die Index-Spitze.

Die Aktien von Wacker Chemie legten rund 2,4 Prozent zu und schüttelten ihre anfänglichen Verluste damit rasch ab. Der harte Wettbewerb im Solargeschäft und hohe Energiekosten hatten dem Spezialchemie-Konzern zum Jahresstart einen herben operativen Gewinnrückgang eingebrockt. Anleger schienen sich aber zuletzt auf die bestätigten Jahresziele zu fokussieren.

Das Papier des Chipentwicklers Dialog Semiconductor setzte nach Eckdaten für das erste Quartal die jüngste Rally fort und stieg um rund 3 Prozent. Damit notierte es auf dem höchsten Stand seit Ende 2017. Das Unternehmen hatte am Mittwochabend seine Margenprognose angehoben.

Angetrieben von einer Analystenstudie setzte sich Südzucker mit einem Plus von rund 8,4 Prozent an die SDax -Spitze. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hob Südzucker von "Reduce" direkt auf "Buy". Nach der Liberalisierung zeichne sich nun schneller als erwartet eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Zuckermarkt ab, schrieb Analyst Anton Brink./niw/ajx/fba