FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat sich am Mittwoch vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed bislang nur wenig bewegt. Es herrscht gespannte Ruhe. Marktteilnehmer gehen fest davon aus, dass die Fed die Zinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr senken wird. Vor allem werden sie aber darauf achten, ob die Währungshüter weitere Zinssenkungen noch im Jahr 2019 planen.

Der deutsche Leitindex rückte am Nachmittag um 0,16 Prozent vor auf 12 391,98 Punkte. Ein ähnliches Plus von 0,15 Prozent auf 25 996,32 Punkte verbuchte der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Börsenwerte. Auch für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 0,13 Prozent hoch.

Den Ölpreisschock hat der Dax inzwischen recht gut verdaut. Am Ölmarkt gab es zuletzt keine heftigen Preisausschläge mehr. Nach der Attacke auf eine staatliche Ölraffinerie in Saudi-Arabien war der Ölpreis zum Wochenauftakt zunächst rasant in die Höhe geschnellt. Die USA vermuten den Iran hinter dem Angriff, wollen aber keine kriegerische Auseinandersetzung.

Negative Akzente setzten im Dax zur Wochenmitte die Deutsche Post <DE0005552004> und Beiersdorf <DE0005200000> mit Abschlägen von 1,5 beziehungsweise 1 Prozent. Bei der Deutschen Post lag dies an einer Prognosesenkung des US-Rivalen Fedex <US31428X1063> wegen der Handelskonflikte. Zwar ließ der Bonner Logistiker am Morgen wissen, dass es derzeit keine Veränderung bei den Volumentrends gebe, den Aktien half das aber nicht.

Den Papieren des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf setzte eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs zu. Dagegen kam eine Hochstufung auf "Buy" durch die US-Bank den Aktien des Chemiekonzerns Covestro <DE0006062144> mit plus 2,8 Prozent zugute.

Wirecard <DE0007472060> profitierten von Neuigkeiten zur Softbank-Kooperation <JP3436100006>. Wie der deutsche Zahlungsabwickler mitteilte, wurde mit einer Tochter des japanischen Konzerns eine Kooperationsvereinbarung formal unterzeichnet - nebst einer mit dem Softbank-Deal verbundenen Ausgabe einer Wandelanleihe. Am Markt hieß es, die Mittel könnten nun in neue Investitionen und mögliche Aktienrückkäufe fließen. Wirecard-Chef Markus Braun sagte am Nachmittag, die Ziele für 2025 würden nun im Rahmen des Softbank-Deals angepasst.

Nach einem kritischen Zeitungsbericht zu den Geschäftspraktiken von Wirecard ließ am Nachmittag der Schwung vorübergehend etwas nach, die Aktien gewannen aber zuletzt wieder mehr als 3 Prozent. Das reichte für den ersten Platz im Dax.

Die Freude der Anleger über die regulatorische Freigabe für die Neuaufteilung des deutschen Energiemarktes hielt am Mittwoch an. RWE <DE0007037129> kletterten um 1,2 Prozent und Eon <DE000ENAG999> um 0,8 Prozent, womit beide im Dax <DE0008469008> wie schon am Vortag im vorderen Feld zu finden waren. Dabei hielt ein insgesamt positives Analystenfazit zu dem Stromdeal die Investoren bei Laune, nachdem dieser am Vortag von der EU-Wettbewerbshüter unter Auflagen erlaubt worden war.

Die Aktien von Bechtle <DE0005158703> reagierten auf den Kapitalmarkttag des IT-Dienstleisters positiv. Sie gewannen als Top-Wert im MDax zuletzt mehr als zweieinhalb Prozent.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,48 Prozent am Vortag auf minus 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,04 Prozent auf 145,67 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,23 Prozent auf 173,23 Zähler.

Der Euro <EU0009652759> gab vor den wichtigen geldpolitischen Entscheidungen der Fed nach und kostete zuletzt 1,1057 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1026 Dollar festgesetzt./ajx/fba

- Von Achim Jüngling, dpa-AFX -