FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag mit Gewinnen in den letzten Tag des Börsenmonats Juni gestartet. Der Dax <DE0008469008> kletterte im frühen Handel um 0,39 Prozent 12 318,43 Punkte. Die Anleger warten auf das für diesen Samstag angesetzte Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zum Handelsstreit im Rahmen des G20-Gipfels. Zuletzt hatten Berichte Hoffnungen genährt, wonach sich die beide Länder im Vorfeld der Gespräche auf einen vorläufigen Burgfrieden geeinigt haben sollen.

Der MDax <DE0008467416>, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, stieg zuletzt um 0,55 Prozent auf 25 481,29 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> kletterte um 0,17 Prozent auf 3448,08 Punkte.

Weil die Anleger vor dem Treffen von Trump und seinem chinesischen Amtskollegen kein unnötiges Risiko eingehen wollen, war der Dax nach seiner Rally mit dem Sprung auf ein Jahreshoch zuletzt kaum mehr vom Fleck gekommen. Auf Wochensicht steht ein leichtes Minus im Dax zu Buche. Insgesamt dürfte die Monatsbilanz für den deutschen Leitindex zwar deutlich positiv ausfallen, da die Notenbanken mit Hinweisen auf eine lockerere Geldpolitik für Kursauftrieb gesorgt hatten. Sie wollen sich gegebenenfalls mit möglichen Zinssenkungen gegen einen drohenden Konjunkturabschwung stemmen.

Nicht zuletzt der US-chinesische Handelsstreit gilt als Quelle der sich eintrübenden weltweiten Konjunkturaussichten. Das Treffen der Staatsoberhäupter der USA und Chinas auf dem G-20-Gipfel im japanischen Osaka dürfte daher nach Einschätzung von Marktbeobachtern auch entscheidend für die weitere Richtung der Börsen in der kommenden Woche werden.

Auf Unternehmensseite lief am Freitagmorgen das Börsendebut seiner Lkw- und Bustochter Traton <DE000TRAT0N7> für den Volkswagen <DE0007664039>-Konzern eher schleppend an. Die Papiere rutschten im frühen Handel unter ihren Ausgabepreis von 27 Euro.

Ein bestandener Stresstest für die Deutsche Bank <DE0005140008> in den USA wurde hingegen von den leidgeplagten Aktionären des Geldinstituts gebührend gefeiert: Die Papiere kletterten mit einem Kursplus von dreieinhalb Prozent an die Dax-Spitze. Commerzbank <DE000CBK1001>-Papiere wurden mitgezogen und verteuerten sich um mehr als ein Prozent.

Henkel <DE0006048432>-Anteile profitierten unterdessen von einer Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC und verteuerten sich zuletzt um 1,24 Prozent auf 85,22 Euro. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA landete dagegen nach einer Verkaufsempfehlung der US-Investmentbank Bank of America <US0605051046> (BofA) mit einem Abschlag von 1,32 Prozent am Dax-Ende.

In den hinteren Börsenreihen verteuerten sich die Papiere des Bausoftware-Herstellers Nemetschek <DE0006452907> nach dem vollzogenen Aktiensplit um fast sechs Prozent und führten damit den MDax an. Im SDax <DE0009653386> stiegen Hornbach nach Quartalszahlen auf das Siegerpodest mit einen Kursplus von mehr als fünf Prozent. Die Baumarktholding hatte zum Jahresstart ein Umsatz- und Gewinnplus ausgewiesen und die Jahresziele bekräftigt./tav/mis