FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch am Mittwoch ist der deutsche Aktienmarkt behäbig ins Rennen gegangen. Sowohl der Leitindex Dax als auch der MDax notierten prozentual kaum verändert bei 15 637 beziehungsweise 33 794 Punkten. Ähnlich lethargisch präsentierte sich der EuroStoxx 50 . Tags zuvor war der Dax fast an seinen Rekord vom Montag bei 15 732 Punkten heran gelaufen, dann jedoch wieder unter 15 700 Punkte gerutscht.

Das Motto der Stunde laute Abwarten, erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Wenn morgen praktisch gleichzeitig die EZB ihre Inflationserwartung anpasst und in den USA die Inflationsrate für den Mai veröffentlicht wird, könnten die Ausschläge deutlich zunehmen." Bei steigender Inflation im Zuge einer anziehenden Wirtschaft und höherer Staatsausgaben fürchten die Anleger eine Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken mit einer womöglich zeitigeren Anhebung der Zinsen. Dies kann dem Aktienmarkt schaden, da andere Anlageklassen dann wieder attraktiver werden.

Trotz der voraussichtlichen Anhebung dürften die neuen Projektionen der EZB für die Inflation verhalten ausfallen, glaubt der Leiter der Kapitalmarktstrategie der Postbank, Dirk Steffen. Zudem sei die Pandemie noch nicht überwunden, sodass die EZB ihre Wachstumsprognosen zwar anheben, aber weiterhin die Risiken betonen dürfte. Steffen geht davon aus, dass die Zentralbank ihre Anleihekäufe daher erst einmal unverändert fortsetzten werde, was potenziellen Renditeanstiegen im Euroraum Grenzen setze./ajx/mis