FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem schwungvollen Start in den Tag hat sich der Dax <DE0008469008> zum Mittag nur wenig von der Stelle bewegt. Angetrieben von neuen Hoffnungen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik war der Leitindex noch am Morgen mit 12 656 Punkten auf ein neues Hoch seit August geklettert. Zuletzt gewann er 0,07 Prozent auf 12 625,56 Punkte dazu. Auslöser für die jüngsten Zinsfantasien war die Nominierung Christine Lagardes als neue EZB-Chefin.

Am Donnerstag fehlt nun allerdings ein wenig die Unterstützung der Wall Street, da der US-Aktienmarkt wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen bleibt. Der Dax könne sich "an keinen wirklichen Themenstrang aufhängen", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank die Schwerfälligkeit. Das Thema künftige Geldmarktpolitik der EZB und die damit zusammenhängende Nominierung der EZB-Vorsitzenden sei zudem eingepreist.

Der Index für mittelgroße Unternehmen MDax <DE0008467416> fiel leicht um 0,19 Prozent auf 25 962,88 Punkte. Noch am Morgen hatte der Index ein neues Hoch seit Ende April erreicht. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> bewegte sich mit minus 0,01 Prozent kaum.

Im Handelsstreit zwischen den USA, China und der EU gab es zuletzt keine marktbewegenden Entwicklungen. Die USA und China hatten sich am Wochenende auf eine vorläufige Waffenruhe geeinigt, der Europäischen Union hatte Trump kurz darauf aber mit neuen Zöllen gedroht. All das, so Lipkow, werde an den Märkten gerade eher nur als Randnotiz wahrgenommen. Der Wunsch nach einer Sommerpause scheine derzeit zu überwiegen.

Bei den Unternehmen richteten Anleger ihren Blick unter anderem auf die Papiere den Lichtkonzerns Osram <DE000LED4000>. Ein am Mittwochabend bestätigtes Übernahmeangebot durch Finanzinvestoren beförderte die Aktien zum Mittag an den zweiten Platz im MDax mit einem Plus von 1,58 Prozent. Sie waren allerdings schon am Mittwoch nach Berichten über eine bevorstehende Offerte deutlich nach oben geschnellt. Bereits im Februar hatte der Lichtkonzern Gespräche mit den Investoren bestätigt. Allerdings waren zuletzt Zweifel aufgekommen, ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt.

Den ersten Platz im MDax sicherten sich zuletzt die Papiere des Kupferproduzenten Aurubis <DE0006766504>. Hier kurbelte ein optimistischer Analystenkommentar die Nachfrage an. Henning Breiter von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hatte sein Kursziel hochgeschraubt und erneut eine Kaufempfehlung ausgesprochen, da der Zukauf der Metallo Group seiner Ansicht nach die Kapazitäten für die Metallverarbeitung bei Aurubis erweitere. Die Aktie gewann 2,49 Prozent dazu.

Volkswagen <DE0007664039>-Papiere stiegen zum Mittag noch leicht um 0,69 Prozent, nachdem Medien über Fortschritte bei den Verhandlungen zur Zusammenarbeit mit dem US-Wettbewerber Ford <US3453708600> berichteten. Beobachter erwarten, dass die Allianz erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringen dürfte. Einer tagelangen Rekordjagd von Adidas <DE000A1EWWW0> folgten dagegen einige Gewinnmitnahmen. Die Papiere lagen zuletzt mit minus 0,50 Prozent auf den hinteren Rängen im Dax.

Im SDax <DE0009653386> setzten die Aktien der Hornbach Holding <DE0006083405> ihre Kursrally vom Vortag fort und legten um 2,68 Prozent zu. Damit war die Dachgesellschaft der Hornbach Bau- und Gartenmärkte Favorit im Index für kleine Unternehmen. Ein Analyst hatte für die Papiere wegen des guten Jahresstarts erst am Dienstag eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Ebenfalls weiter vorn im SDax lagen die Aktien des Stahlhändlers Klöckner und Co <DE000KC01000>, die gleichfalls von einer Analystenstudie profitierten./kro /jha/

--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---