FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag auf Erholungskurs gegangen. Die zuletzt vor allem im Anleihehandel immer wieder aufkeimenden Inflationssorgen gerieten in den Hintergrund. Der Dax eroberte die Marke von 14 000 Punkten zurück und lag am frühen Nachmittag 0,66 Prozent im Plus bei 14 025,22 Punkten.

Der Dax hatte zu Wochenbeginn einen historischen Höchststand erreicht, war anschließend aber ein wenig zurückgefallen. Am Mittwoch hatte der Leitindex die Durchschnittslinie der vergangenen 21 Börsentage getestet, diese hatte als Unterstützung gehalten. Sie gilt als Indikator für den kurzfristigen Trend.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg am Donnerstag um 0,91 Prozent auf 32 424,15 Punkte. Beim Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 stand ein Plus von 0,5 Prozent zu Buche.

Generell hoffen die Anleger weiter auf Impulse aus den USA. Die neue Regierung unter Präsident Joe Biden versucht gegenwärtig, im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise ein neues, riesiges Konjunkturpaket aufzulegen. Einige prominente Ökonomen warnten jüngst vor Inflationsgefahren, da sie das Paket für zu umfangreich halten. Sollte die Preisstabilität tatsächlich gefährdet sein, könnte die US-Notenbank (Fed) gegensteuern und mit einer härteren Gangart die Börsen unter Druck setzten.

Die aktuelle Preisentwicklung in den USA zumindest gibt noch keinen Anlass zur Sorge. So hatte sich die Inflation dort zu Jahresbeginn nicht verändert. Auch jüngste Anmerkungen von Fed-Chef Jerome Powell beruhigten die Anleger. Wichtig sei eine geduldige und unterstützende Geldpolitik, die die Lehren aus der Vergangenheit berücksichtige, sagte er.

Anleger blickten derweil auch auf die hierzulande verlängerten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die nun grundsätzlich bis zum 7. März gelten. Die anhaltend strengen Beschränkungen dürften schwer auf dem Wirtschaftswachstum im ersten Quartal lasten, schrieb Investmentanalystin Katja Müller von der Landesbank Baden-Württemberg.

Mit Blick auf einzelne Unternehmen griffen die Anleger insbesondere bei den Aktien von Sportartikelherstellern zu. So stiegen Adidas an der Dax-Spitze um gut vier Prozent und Puma unter den besten Werten im MDax um fast vier Prozent. Die Schweizer Großbank UBS hatte beide Werte zum Kauf empfohlen.

Anteilsscheine der Deutschen Börse hingegen taten sich lange Zeit mit einer Richtungssuche schwer und lagen zuletzt rund ein Prozent im Plus. Der rege Handel an den Finanzmärkten in der Corona-Krise bescherte dem Börsenbetreiber ein Rekordjahr.

Am MDax-Ende mussten die Aktionäre der Commerzbank Einbußen in Höhe von 5,8 Prozent hinnehmen. Das Finanzhaus drückt zwar beim Konzernumbau aufs Tempo und will nach einem Milliardenverlust 2020 im laufenden Jahr deutlich bessere Geschäfte machen. Branchenexperte Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan aber zeigte sich von den Ertragserwartungen enttäuscht.

Im Nebenwerteindex SDax trieb eine optimistische Studie der Commerzbank die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA mit plus 6,3 Prozent an. Die Anteilsscheine von Amadeus Fire schnellten um 5,8 Prozent in die Höhe. Der Personaldienstleister profitierte von einem deutlich besser gelaufenen Schlussquartal.

Der Euro notierte bei 1,2147 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,2127 Dollar festgelegt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,48 Prozent am Vortag auf minus 0,49 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 145,81 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,15 Prozent auf 176,50 Punkte zu./la/jha/

- Von Lutz Alexander, dpa-AFX -