FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Talfahrt am deutschen Aktienmarkt ist der Dax weiter auf Erholungskurs geblieben. Der deutsche Leitindex legte am Donnerstag den nunmehr dritten Handelstag in Folge zu. Unterstützung kam von der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie erhofft, lässt sie die Geldschleusen unverändert weit geöffnet.

Mit einem Plus von 0,60 Prozent auf 15 514,54 Punkte ging der Dax aus dem Handel. Der MDax gewann 0,99 Prozent auf 34 843,97 Zähler und auch an den meisten europäischen Börsen setzte sich die Erholung fort.

In der ersten Zinssitzung nach der Verabschiedung einer neuen geldpolitischen Strategie bekräftigten Europas Währungshüter ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihekäufen. Das zu Beginn der Corona-Pandemie aufgelegte, besonders flexible Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen wird bis mindestens Ende März 2022 fortgeführt Obwohl angesichts der anziehenden Konjunktur Zweifel an der Notwendigkeit solcher Käufe wachsen, will die Notenbank das Tempo der Wertpapierkäufe im dritten Quartal erhöhen.

"Mit den heutigen Beschlüssen schafft sich die Notenbank mehr Spielraum bei der Toleranz gegenüber einer steigenden Inflation", resümierte Jochen Stanzl, Marktanalyst von CMC Markets. "Damit könnten steigende Inflationsraten ein wenig an Schrecken für die Aktienmärkte verlieren, die sich weiterhin des billigen Geldes der EZB sicher sein dürfen." Und Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank konstatierte: "Betongeld bleibt attraktiv", womit allerdings auch die Gefahr von Blasen an den Vermögensmärkten wachse, zu denen neben dem Immobilienmarkt auch der Aktienmarkt zähle./ck/he