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FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Aus für die erhoffte Ehe von Fiat Chrysler <NL0010877643> und Renault <FR0000131906> stößt Anlegern am Donnerstag bitter auf. Die Papiere beider Autobauer mussten herbe Kursverluste einstecken.

Fiat Chrysler verloren in Mailand zum Auftakt fast 4 Prozent. Für Renault ging es in Paris um rund 7 Prozent auf 52,22 Euro abwärts. Damit bewegen sich die Papiere der Franzosen wieder nahe des tiefsten Niveaus seit Herbst 2014, nachdem die Hoffnung auf eine Fusion mit Fiat Chrysler sie zuletzt noch über die Marke von 58 Euro getrieben hatte.

Der italienisch-amerikanische Konzern Fiat Chrysler zog sein Angebot für den französischen Hersteller überraschend zurück. Zuvor hatte der Renault-Verwaltungsrat seine Entscheidung über die Aufnahme förmlicher Fusionsgespräche mit FCA auf Antrag der französischen Regierung ohne weitere Angaben von Gründen verschoben.

Analysten spekulierten über die Beweggründe für Fiats Rückzug. Der Deal habe nach der Lösung aller Probleme für Fiat in Europa geklungen, schrieb Max Warburton von Bernstein Research, und seit Bekanntwerden der Fusionspläne vor knapp zwei Wochen habe es sowohl aus Turin als auch aus Paris zustimmende Äußerungen gegeben. Aber irgendetwas sei offenbar schief gegangen - sei es, dass die französische Regierung ihre Meinung geändert habe, oder sich der Renault-Partner Nissan <JP3672400003> plötzlich quer gestellt habe. Womöglich sei sogar beides der Grund.

Tom Narayan vom Analysehaus RBC glaubt unterdessen, dass die Renault-Aktie nicht in dem Maße nachgeben dürfte, wie sie zuvor im Zuge der Meldung zur möglichen Fusion gestiegen sei. In den vergangenen Tagen sei das Wertpotenzial der Renault-Aktie deutlich geworden, schrieb er. Der Experte betonte die positive Dynamik einer Fusion der beiden Autohersteller und hält einen Zusammenschluss nach wie vor für nicht vollständig ausgeschlossen. Es sei aber offenbar schwierig, den französischen Staat für einen solchen Deal zu gewinnen./tav/mis