(neu: Kurse aktualisiert)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Profiteure der Coronakrise sind auch am Dienstag unter Druck geblieben. Neben sinkenden Infektionszahlen führten Börsianer auch steigende Inflationserwartungen an, die vor allem Papiere aus dem Technologiesektor belasten könnten. Aktien des Corona-Verlierers Fraport stiegen nach einem starken ersten Quartal zunächst auf den höchsten Stand seit Februar 2020, drehten dann jedoch ins Minus.

Im Leitindex Dax hielten die Aktien von Delivery Hero mit einem Minus von 3,1 Prozent die rote Laterne. Der Essensauslieferer zählt zu den großen Gewinnern der Restriktionen infolge der Pandemie. Diese dürften nun aber mehr und mehr gelockert werden, womit sich das Wachstum des Unternehmens abschwächen könnte.

"In Deutschland planen viele Bundesländer angesichts der sinkenden Infektionszahlen eine Lockerung der Corona-Beschränkungen. In Frankreich dürfen ab dem 19. Mai die Geschäfte wieder offenen", merkte Volkswirt Christoph Weil von der Commerzbank an. In Deutschland falle die 7-Tage-Inzidenz "rasant". Nur noch in 60 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte liege der Wert über der kritischen Schwelle von 100, ab der die bundesweite Notbremse greift.

Auch Shop Apotheke war in der Pandemie kräftig gewachsen. Die Aktien hatten sich von März vergangenen Jahres bis zum Rekordhoch im Februar versechsfacht. Nun rutschten sie zeitweise auf den niedrigsten Stand des Jahres. Die Papiere des Laborzulieferers Sartorius , ebenfalls ein Profiteure der Krise, büßten 3,1 Prozent ein.

Zu den größten Verlierern im MDax der mittelgroßen Titel wurden Teamviewer mit einem Abschlag von 5,3 Prozent. Mit seiner Software für die Fernsteuerung und die Fernwartung von Computern und anderen Endgeräten machte das Unternehmen in der Pandemie gute Geschäfte. Belasten dürften hier zudem steigende Inflationssorgen. Die Papiere des IT-Systemhauses Bechtle sackten um 5,6 Prozent ab.

Der Kurs von Fraport als einem der großen Verlierer der Pandemie rückte gegen Mittag um mehr als vier Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Februar 2020 vor. Am Ende schloss er aber leicht im Minus. Der Flughafenbetreiber meldete für das erste Quartal einen operativen Gewinn von rund 40 Millionen Euro. Analysten hatten dagegen im Mittel ihrer Schätzungen mit einem Verlust in etwa dieser Größenordnung gerechnet. Fraport-Chef Stefan Schulte sieht den Tiefpunkt im Luftverkehr überschritten und rechnet mit deutlich steigenden Passagierzahlen im Sommer./bek/he