(neu: Schlusskurse)

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Aktien des Augenheilkunde-Spezialisten Alcon haben am Dienstag einen ordentlichen Start an der Schweizer Börse hingelegt. Die Novartis -Abspaltung eröffnete an ihrem ersten Tag im Leitindex SMI mit einem Kurs von 55 Franken und stieg dann zeitweise bis auf 58,77 Franken.

Zum Handelsschluss waren die Alcon-Papiere 58,05 Franken wert. Dies ergibt für das Unternehmen einen ungefähren Börsenwert von über 28 Milliarden Schweizer Franken. Analysten hatten zuvor mit einem Preis in einer Spanne von 40 bis 45 Franken je Anteilsschein. Analyst Daniel Buchta von Vontobel sieht in Alcon eine "Turnaround-Story".

Novartis standen hingegen mit einem optischen Minus von knapp 11 Prozent auf 84,81 Franken am Ende der Tabelle. Dafür verantwortlich war ebenfalls die Abspaltung von Alcon - für fünf Novartis-Aktien erhielt man eine Alcon-Aktie.

Positiv gestimmt für Alcon ist auch Analyst Hugo Solvet von Bryan Garnier & Co: "Die Abspaltung ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten, da beide nun als Pure-Player bewertet werden." Er rechnet zudem damit, dass Alcon dank seiner führenden Marktposition überdurchschnittlich wachsen werde. Dabei verwies er auf den Marktanteil Alcons von 43 Prozent im Bereich Augenchirurgie und von 21 Prozent im Bereich Augenheilkunde.

Kursstützend wirke für Alcon und Novartis zudem, dass beide jetzt als eigenständige Unternehmen im SMI zu finden sind und dort ein insgesamt höheres Gewicht haben dürfen. Denn im Schweizer Leitindex wird das Index-Gewicht eines Unternehmens gekappt, sobald die Schwelle von 18 Prozent erreicht ist. Das war bei Novartis bislang der Fall, denn eigentlich hätte der Pharmahersteller im SMI ein Gewicht von knapp 21 Prozent gehabt.

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hatte seine Tochter im Zuge eines Spin-Off abgespalten. Für fünf Novartis-Aktien erhielten Anleger eine Aktie von Alcon, so dass insgesamt knapp 490 Millionen Alcon-Aktien ausgegeben wurden. Die Marktkapitalisierung von Alcon liegt damit aktuell bei etwas mehr als 28 Milliarden Franken.

Die Abspaltung der Tochter Alcon hatte Novartis 2018 als Ergebnis einer strategischen Überprüfung bekannt gegeben. Seit 2015 hatte es mit dem fünf Jahre zuvor vollständig von Nestle übernommenen Unternehmen erhebliche Probleme gegeben. Die Restrukturierung begann, bis Novartis dann 2018 die Abspaltung beschloss. Novartis selbst will sich nun noch stärker auf das Pharmageschäft fokussieren und dort weiter wachsen./ck/gl/mis/ajx