FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Autoaktien haben am Mittwoch besonders stark von der marktbreiten Hoffnung auf letztlich nur glimpfliche Folgen des Coronavirus profitiert. In Erwartung einer Erholung der Wirtschaft von den Folgen des Virus-Ausbruchs hoben sich VW <DE0007664039> Daimler <DE0007100000> und BMW <DE0005190003> mit Anstiegen von bis zu 3,4 Prozent im Dax <DE0008469008> besonders positiv ab. Der Leitindex blieb auf Rekordkurs, er stieg zeitgleich um 0,65 Prozent.

Bei BMW blickten die Anleger zudem auf die Klimaziele. So will der Autobauer dieses Jahr einen großen Schritt zur Erfüllung der EU-Emissionsvorgaben beim klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) machen. Denn: Die Autobauer müssen in der EU spätestens 2021 im Schnitt einen durchschnittlichen Ausstoß von 95 Gramm CO2 je gefahrenem Kilometer bei den neu verkauften Autos einhalten. Wer schwerere Fahrzeuge baut, darf auch etwas höher liegen. Bei BMW und Mercedes rechnen Experten und Unternehmen mit Grenzwerten von gut 100 Gramm. 2020 gelten noch Übergangsregelungen, bei Verfehlen der Flottenziele drohen aber je nach Herstellergröße milliardenschwere Strafen.

Autowerte waren am Mittwoch gemessen an ihrem Branchenindex Stoxx Europe 600 <EU0009658202> Autos & Parts europaweit führend, er stieg um 3 Prozent. Investoren setzen darauf, dass die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus dank der Maßnahmen in China beherrschbar bleiben. Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten gingen den offiziellen Angaben zufolge am Mittwoch etwas zurück. China gilt als der wohl wichtigste Wachstumsmarkt der Branche.

Aber auch Zulieferkonzerne profitierten von der guten Stimmung. Continental <DE0005439004> wurden im Dax mit einem Anstieg um 4,5 Prozent im Dax sogar zum Spitzenreiter. Hier sorgt die geplante Abspaltung der Antriebssparte Vitesco neuerdings wieder für Gesprächsstoff. Verwiesen wurde am Markt auf eine Präsentation, aus der hervorgehe, dass in der Sparte großes Wachstumspotenzial mit elektronischen Antrieben gesehen wird.

Europaweit half in der Zulieferbranche außerdem eine Hochstufung durch Morgan Stanley für den französischen Valeo <FR0000130338>-Konzern, dessen Aktien in Paris um 4,2 Prozent stiegen. Die Experten sehen bei der Branchengröße nach zuletzt schwachem Lauf nun weniger Kursrisiken. Analystin Victoria Greer führt für Valeo nun ein neutrales Votum mit "Equal-Weight".

Individuell sorgte auch die Norma Group <DE000A1H8BV3> mit der Zahlenvorlage für Gesprächsstoff. Die Aktien rückten im SDax <DE0009653386> als zweitbester Wert um mehr als 5 Prozent vor. Die Resultate des Verbindungstechnik-Spezialisten stellten Börsianer und Analysten in ersten Kommentaren zufrieden. Gespannt warten sie nun auf den Ausblick des Autozulieferers gegen Ende März - vor allem deshalb, weil Norma 2019 seine Zielsetzungen mehrmals senken musste.

Analyst Daniel Kukalj von der Quirin Bank stufte die Norma-Papiere von "Halten" auf "Kaufen" hoch. Erste, kleinere Margenverbesserungen könnten ausreichen, die Stimmung der Investoren zu verbessern./tih/ssc