FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der Hoffnungen auf eine etwas weniger lockere Geldpolitik in den USA haben Bankaktien am Mittwoch im europaweiten Branchenvergleich die Nase vorn gehabt. Der entsprechende Sektorindex <EU0009658806> im marktbreiten Börsenbarometer Stoxx Europe 600 stemmte sich gegen den weiter schwächelnden Gesamtmarkt <EU0009658145> und stieg bis zum späten Vormittag um 0,82 Prozent.

Spitzenreiter im Index waren die Anteilsscheine der Commerzbank <DE000CBK1001> mit einem Plus von mehr als 3 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank <DE0005140008> stoppten ihren Abwärtstrend der letzten beiden Tage und gewannen zuletzt gut 2 Prozent. Damit notierten die Aktien wieder über der 50-Tage-Linie, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. Sie ist allerdings weiter abwärts gerichtet.

Die Anleger hoffen aktuell darauf, dass US-Notenbankchef Jerome Powell bei seinem Auftritt vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses am Nachmittag neue Hinweise zur Zinspolitik liefern wird.

Commerzbank-Devisenexpertin Esther Reichelt glaubt, dass Powell die Unabhängigkeit der Fed gegen den jüngst zunehmenden politischen Gegenwind aus Washington rigoros verteidigen wird. Zwar sei eine Zinssenkung im Juli noch immer nahezu vollständig eingepreist. Doch nach dem letzten guten Arbeitsmarktbericht seien sich Marktteilnehmer weniger sicher, ob ein "richtiger" Zinssenkungszyklus notwendig sein wird.

Eine deutlich lockerere Geldpolitik hingegen würde das Zinsgeschäft der Banken noch stärker unter Druck setzen. Für den Aktienmarkt allgemein aber wären noch niedrigere Zinsen eine gute Nachricht, da dadurch Anlagealternativen wie Anleihen tendenziell weniger attraktiv werden./la/jha/