FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Aus für die erhoffte Ehe von Fiat Chrysler <NL0010877643> und Renault <FR0000131906> stößt Anlegern am Donnerstag bitter auf. Vorbörslich mussten die Papiere beider Autobauer bereits herbe Kursverluste einstecken. Auf der Handelsplattform Tradegate ging es am Morgen für Renault zuletzt um fast 10 Prozent abwärts, FiatChrysler verloren mehr als 6,5 Prozent.

Der italienisch-amerikanische Konzern hatte am Morgen überraschend sein Angebot für den französischen Hersteller gezogen. Zuvor hatte der Renault-Verwaltungsrat seine Entscheidung über die Aufnahme förmlicher Fusionsgespräche mit FCA auf Antrag der französischen Regierung ohne weitere Angaben von Gründen verschoben.

Analysten spekulierten am Morgen über die Beweggründe für Fiats Rückzug. Der Deal habe nach der Lösung aller Probleme für Fiat in Europa geklungen, schrieb Max Warburton von Bernstein Research, und seit Bekanntwerden der Fusionspläne vor knapp zwei Wochen habe es sowohl aus Turin als auch aus Paris zustimmende Äußerungen gegeben. Aber irgendetwas sei offenbar schief gegangen - sei es, dass die französische Regierung ihre Meinung geändert habe, oder sich der Renault-Partner Nissan <JP3672400003> plötzlich quer gestellt habe. Womöglich sei sogar beides der Grund.

Tom Narayan vom Analysehaus RBC glaubt unterdessen, dass die Renault-Aktie nicht in dem Maße nachgeben dürfte, wie sie zuvor im Zuge der Meldung zur möglichen Fusion gestiegen sei. In den vergangenen Tagen sei das Wertpotenzial der Renault-Aktie deutlich geworden, schrieb er. Der Experte betonte die positive Dynamik einer Fusion der beiden Autohersteller und hält einen Zusammenschluss nach wie vor für nicht vollständig ausgeschlossen. Es sei aber offenbar schwierig, den französischen Staat für einen solchen Deal zu gewinnen./tav/mis