FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sorge vor einer Viren-Epidemie im wichtigen Wachstumsmarkt Asien drückt am Dienstag auf die Kurse der europäischen Luxusgüter-Hersteller. Die Aktien von LVMH <FR0000121014>, Kering <FR0000121485>, Richemont <CH0210483332> und Burberry <GB0031743007> landeten mit Abschlägen zwischen 2,5 und 3,5 Prozent auf den hinteren Plätzen in ihren jeweiligen Leitindizes. Die Berichte über den Corona-Virus nährten am Markt die Sorge vor einer unkontrollierten Ausbreitung in ganz Asien. Die Region zählt für Luxusgüter als wichtiger Wachstumsmarkt.

Marktexperte Loïc Morvan vom Analysehaus Bryan Garnier verglich das neue Corona-Virus in seiner Einschätzung zu LVMH mit SARS im Jahr 2003. Die Epidemie mit 8000 Erkrankten und 774 Toten habe einen signifikanten Einfluss auf die Luxusgüter-Aktien gehabt. Damals hätten die Aktien der betroffenen Unternehmen zwischen Dezember 2002 und März 2003 etwa ein Viertel an Wert verloren, sich dann aber schnell wieder davon erholt.

Für die meisten Branchenpapiere bedeuten die Verluste in dieser Woche womöglich das Ende einer Rally, schon am Vortag hatten sie schwach tendiert. Die Kering-Aktie hatte im neuen Jahr erstmals die 600-Euro-Marke überschritten, fiel nun aber von ihrem Rekordhoch vom Freitag auf knapp 580 Euro zurück - und damit auf das Niveau von Mitte Dezember. Ähnlich sah es für LVMH und Burberry aus. Einzig die Aktie von Richemont war seit einem Zwischenhoch im Juli 2019 zuletzt nicht groß auf Touren gekommen.

Mit dem Kursrutsch am Dienstag zogen die Unternehmen ihren gesamten Sektorindex nach unten. Der europäische Index für Konsumgüter und Haushaltswaren, der auch Luxusgüter mit abdeckt, war mit einem Minus von 0,8 Prozent unter den schwächsten Branchen in Europa - obwohl reine Konsumgüterkonzerne wie zum Beispiel Henkel wegen ihrer defensiven Anlagequalitäten unter den Gewinnern waren./ssc/tih/mis