NEW YORK (dpa-AFX) - Ein drastischer Anstieg der Coronavirus-Fälle in China stimmt die Investoren an der Wallstreet am Donnerstag erst einmal etwas vorsichtiger. So dürfte der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> am Donnerstag mit leichten Abschlägen in den Handel starten. Allerdings hatte das weltweit wohl bekannteste Börsenbarometer erst am Vortag mit 29 568 Punkten eine Bestmarke erreicht. Am Donnerstag nun taxierte der Broker IG den Dow rund eine Stunde vor dem Auftakt auf 29 385 Punkte und damit 0,6 Prozent unter seinem Vortagesschluss.

Auch der Marktbreite S&P 500 <US78378X1072> und der Technologie-Index Nasdaq 100 <US6311011026> waren gestern auf Höchststände gestiegen.

In China wurden die Ansteckungen mit dem Coronavirus in der besonders betroffenen Provinz Hubei neu eingestuft. Dies führte nun zu einem drastischen Anstieg der offiziellen Fälle: Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer in Hubei stieg im Vergleich zum Mittwoch um mehr als das Doppelte, die der neu nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich beinahe.

Die Sorgen mit Blick auf die Coronavirus-Krise in China hätten wieder zugenommen haben, sagte David Madden vom Broker CMC Markets UK. Nach dem jüngsten Rekordlauf machten einige Investoren ein wenig Kasse. In den vergangen Tagen hatten viele Experten die Sorglosigkeit viele Investoren mit Blick auf die Viruskrise moniert. Immer mehr Unternehmen sprechen im Zuge der laufenden Berichtssaison von noch nicht absehbaren Folgen.

Unter den Einzelwerten zählten vorbörslich die Aktien des E-Autoherstellers Tesla <US88160R1014> mit einem Minus von 3,3 Prozent nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung zu den Verlierern. Cisco <US17275R1023> fielen nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 5,3 Prozent. Bei dem Telekommunikationsunternehmen stieß ein Umsatzrückgang im vergangenen Quartal den Anlegern übel auf.

Bei T-Mobile <US8725901040> und Sprint <US8520611000> sorgte der Wunsch der Deutschen Telekom <DE0005557508> den Zusammenschluss nachverhandeln zu wollen, nachdem ein Richter den Weg für den Deal freigemacht hatte. Beobachter hatten einen solchen Schritt aber bereits vermutet. Während T-Mobile US seit der Ankündigung des Zusammenschlusses weiter kräftig wuchs und mittlerweile stattliche Gewinne macht, steckte Sprint zuletzt wieder in den roten Zahlen. Die Aktien beider Unternehmen fielen vorbörslich.

Aufwärts ging es hingegen für die Papiere der American International Group <US0268747849> nach dem die Ergebnisse im vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen hatten. Die Aktien des Versicherungskonzerns legten vorbörslich um 1,9 Prozent zu. Auch Applied Materials <US0382221051> einer der weltweit größten Zulieferer für die Halbleiterindustrie verbuchte im vorbörslichen Handel Zuwächse von 3 Prozent. Der Geschäftsausblick hatte die Virus-Sorgen der Anleger gemildert./ssc/mis