NEW YORK (dpa-AFX) - Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed dürfte der Dow Jones Industrial am Mittwoch einen neuen Angriff auf die 28 000 Punkte wagen. Der Broker IG taxierte den bekanntesten amerikanischen Aktienindex über eine halbe Stunde vor Handelsbeginn 0,50 Prozent höher bei 28 136 Punkten. Allerdings ist er zuletzt mehrfach an dieser runden Marke gescheitert, seitdem er mehr als 1500 Punkte von seinem Zwischenhoch über 29 000 Punkten Anfang September zurückgefallen war.

Die Fed wird nach ihrer Zinssitzung an ihrem Corona-Krisenkurs voraussichtlich festhalten. Die Leitzinsspanne von 0,0 bis 0,25 Prozent und die anderen Maßnahmen sollten laut Ökonomen bestätigt werden. Mit Spannung erwartet werden Aussagen zur neuen Strategie der Fed. Zudem wird die Notenbank auch ihre neuen Prognosen veröffentlichen. Etliche Beobachter gehen davon aus, dass die derzeitigen Minizinsen auf Jahre hinaus Bestand haben werden - dies begünstigt Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen wie Anleihen.

Die jüngsten Nachrichten von den US-Unternehmen fielen durchwachsen aus. Bei Fedex konnten sich die Aktionäre dank starker Quartalszahlen über einen vorbörslichen Kurssprung von mehr als acht Prozent freuen. Mehrere Analysten sahen die Zahlen über den Erwartungen und hoben ihre Kursziele für die Papiere des Logistikkonzerns an. Auch der Softwarekonzern Adobe konnte mit seinem Zwischenbericht Investoren und Analysten überzeugen, was die Aktien mit einem Plus von gut zwei Prozent honorierten.

Weitere erfreuliche Neuigkeiten aus der Softwarebranche lieferte der Cloud-Data-Spezialist Snowflake mit seinem an diesem Mittwoch anstehenden Börsengang. Mit Erlösen von 3,36 Milliarden US-Dollar bringt es Snowflake in den USA auf den bisher größten Börsengang des Jahres. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die 28 Millionen Anteilsscheine zu je 120 Dollar bei Investoren untergebracht. Der Preis lag damit noch über der Verkaufsspanne, die das Unternehmen am Montag von zunächst 75 bis 85 Dollar auf 100 bis 110 Dollar angehoben hatte. Auf Basis des Börsenprospekts und der darin vermerkten ausstehenden Anteile ist das Unternehmen nun mit 33 Milliarden Dollar bewertet.

Derweil droht den Titeln von Nikola ein weiterer Kursrutsch von knapp sechseinhalb Prozent. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge ermittelt nun auch das US-Justizministerium wegen Vorwürfen eines Leerverkäufers gegen den Hybrid-Truck-Entwickler. Diese Vorwürfe sowie Berichte, wonach bereits die amerikanische Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung eingeleitet hat, hatten in den vergangenen Tagen schon zu heftigen Kursabschlägen geführt./gl/nas