NEW YORK (dpa-AFX) - Am US-Aktienmarkt macht sich am Dienstag vorerst wieder etwas Erleichterung in puncto Handelsstreit breit. So hatten die USA ihre Sanktionen gegen den chinesischen Telekomausrüster Huawei vorübergehend etwas gelockert. Den Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> taxierte der Broker IG eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart 0,7 Prozent höher auf 25 860 Punkten.

Die USA lockerten die strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Huawei-Konzern nach nur wenigen Tagen teilweise, sodass sich zumindest Handynutzer vorerst keine Sorgen um die Funktionalität ihrer Telefone machen müssen. Ab sofort gilt für 90 Tage eine Regelung, die einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es neben der Versorgung bestehender Smartphone-Nutzer auch um den technischen Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken.

Vorbörslich war im Zuge dessen vor allem bei den am Vortag schwer belasteten Technologiewerten Erholung angesagt. Im Chipbereich legten Qualcomm <US7475251036> und Xilinx <US9839191015> bis zu 3,2 Prozent zu. Die Papiere des Google <US02079K1079>-Mutterkonzerns Alphabet <US02079K3059>, dessen Smartphone-Betriebssystem Android auf Huawei-Geräten läuft, rückten um 0,8 Prozent vor. Immer wieder bewegt von den Handelsstreit-Sorgen ist auch Apple <US0378331005>, die vorbörslich mit 1,2 Prozent im Plus lagen.

Aktien des Einzelhändlers Kohl's <US5002551043> gingen wegen eines gekürzten Jahresausblicks und einer enttäuschenden Umsatzentwicklung im ersten Quartal vorbörslich mit 10 Prozent in die Knie. Ähnlich deutlich rutschten JCPenney <US7081601061> wegen eines unerwartet deutlichen Quartalsverlusts ab. Etwas weniger dramatisch ging es bei Home Depot <US4370761029> zu, wo der Umsatz ebenfalls nicht überzeugte. Vorbörslich ging es hier um 0,6 Prozent bergab.

Ansonsten macht die geplante Fusion von T-Mobile US <US8725901040> mit Sprint <US8520611000> weiter Schlagzeilen. Anleger bleiben hier recht zuversichtlich, auch wenn die Beteiligten zwischen die Fronten der US-Genehmigungsbehörden zu geraten drohen. Vorbörslich entwickelten sich die Papiere der Telekom-Tochter stabil, während Sprint um 3,3 Prozent stiegen. Anders als bei der Regulierungsbehörde FCC heißt es in Kreisen, das für Kartellfragen zuständige Justizministerium (DOJ) halte die Zugeständnisse der Unternehmen für nicht ausreichend.

Im Nebenwertebereich machen derweil neues Übernahmeangebote von sich reden. So bietet der Anbieter von technischen Industrieprodukten Crane <US2243991054> 45 US-Dollar für jede Aktie des Ventilspezialisten Circor International <US17273K1097>. Dessen Papiere zogen vorbörslich um 50 Prozent an auf 46 Dollar.

Merck & Co <US58933Y1055> greift einen Tag vor dem geplanten Börsengang von Peloton Therapeutics nach dem Biotech-Unternehmen. Geboten werden 1 Milliarde US-Dollar in Bar plus eventuelle erfolgsabhängige Zuschläge. Peloton hatte die Ausgabespanne für den Börsengang auf bis zu 17 US-Dollar festgelegt. Am Markt hieß es, durch die Nachschläge könne das Merck-Gebot maximal 50 Dollar je Aktie wert sein. Merck-Aktien gaben vorbörslich um 0,3 Prozent nach.

Die bereits auf einem Tief seit 2016 notierenden Tesla <US88160R1014>-Aktien sackten um 3 Prozent ab, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley <US6174464486> ein schlechtes Extremszenario für die Aktien aufstellte. Analyst Adam Jonas errechnete im schlimmsten Fall, dass sie nur noch 10 US-Dollar wert sein könnten. In seinem Kernszenario blieb er jedoch bei seinem Kursziel von 230 Dollar und der neutralen Einschätzung mit "Equal-weight"./tih/mis