NEW YORK (dpa-AFX) - Nachlassende Sorgen über die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie dürften am Dienstag den Weg zu neuen Rekorden an den US-Börsen frei geben. Im Fokus stehen zugleich die Einschätzungen des US-Notenbankpräsidenten. Jerome Powell spricht vor dem Kongress. Aussagen Powells über mögliche Auswirkungen des Coronavirus auf die US-Wirtschaft dürften dabei besonders beachtet werden, zumal einige Unternehmen bereits vorsichtige Ausblicke gegeben haben.

Der Broker IG erwartet den US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> rund eine Stunde vor Handelsbeginn mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 29 391 Punkte. Der Weg, um das Rekordhoch vom vergangenen Donnerstag bei 29 408 Punkten zu knacken, ist somit nicht mehr weit. S&P 500 <US78378X1072> und die Nasdaq-Börsen hatten bereits am Vortag wieder neue Höchstmarken erreicht.

Unter den US-Branchen ging bereits vorbörslich der Blick in Richtung Telekom. Dort ging ein lang erwarteter, wichtiger Kartellrechtsprozess ging zugunsten einer Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US <US8725901040> mit dem kleineren Rivalen Sprint aus. Der zuständige Richter Victor Marrero stimmte dem mehr als 26 Milliarden Dollar (24 Mrd Euro) teuren Deal zu, wie aus seinem Urteil hervorgeht. Zuvor bereits hatte das "Wall Street Journal" und dann auch der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Kreise von einem positiv erwarteten Urteil berichtet.

Während die Aktien von T-Mobile vorbörslich um 10 Prozent und die von Sprint sogar um mehr als 60 Prozent hochsprangen, legten auch die Anteile von Verizon <US92343V1044> und AT&T <US00206R1023> um jeweils rund 1 Prozent zu. Mit der Fusion dürfte sich der Konkurrenzkampf und damit auch der Preisdruck auf dem US-Telekommarkt verringern, hieß es dazu von Marktbeobachtern.

Die Papiere von Slack <US83088V1026> büßten vor dem Handelsstart indes rund 7 Prozent ein. Tags zuvor waren sie allerdings noch um über 15 Prozent nach oben geklettert. Der Nachrichtenseite "Business Insider" hatte am Montag berichtet, dass künftig alle weltweit rund 350 000 Mitarbeiter des US-Computerkonzerns IBM <US4592001014> die Teamsoftware von Slack zur Kommunikation nutzen sollen. Nach Handelsschluss nahm Slack Stellung zu den Spekulationen und sorgte damit für eine kalte Dusche bei Anlegern: IBM sei seit Jahren ein großer Kunde und habe in dieser Zeit die Nutzerzahl der App gesteigert, hieß es. Man halte an seinen Prognosen für das vierte Geschäftsquartal fest.

Ein überraschend schwacher Ausblick auf das laufende Jahr brachte die Aktien von Under Armour <US9043111072> vor dem Handelsstart mit minus 14 Prozent unter Druck. Der Hersteller von Sportbekleidung rechnet für 2020 mit einem Umsatzrückgang und stellte zudem eine mögliche Restrukturierung in Aussicht.

Auch der Reifenhersteller Goodyear <US3825501014> enttäuschte mit seinen Zahlen zum vierten Quartal, was der Aktie ein vorbörsliches Minus von knapp 3 Prozent eintrug./ck/jha/