NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der besten Dreitagesrally seit 2020 werden die US-Aktienmärkte am "großen Verfalltag" mit einer negativen Eröffnung erwartet. An diesem Freitag laufen Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien aus. Dabei versuchen größere Marktakteure die Kurse vor dem Verfallstermin oft noch in die von ihnen gewünschte Richtung zu beeinflussen. Dies führt öfters zu größeren Kursschwankungen.

Der Dow Jones Industrial wurde vom Broker IG rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart auf 34 313 Punkte taxiert und damit rund 0,5 Prozent tiefer. Auf Wochensicht deutet sich für den US-Leitindex jedoch ein satter Gewinn von rund 4 Prozent an. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 wurde am Freitag vorbörslich rund 0,7 Prozent im Minus berechnet.

Negative Impulse dürften die wieder gestiegenen Ölpreise liefern, die den größten Anstieg seit 16 Monaten fortsetzten. "In diesem Umfeld einer strafferen Geldpolitik und höherer Inflationsrisiken weltweit glauben wir weiterhin an mittelfristig größeres Abwärtspotenzial für Risikoanlagen", bemerkte Peter Chatwell, Marktstratege bei Mizuho International. Sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England haben in dieser Woche ihre Leitzinsen erhöht, um den stärksten Preisauftrieb seit vielen Jahren zu dämpfen.

Ansonsten bleibt der Krieg in der Ukraine bestimmendes Thema auch an der Wall Street. Ein Telefonat des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Bundeskanzler Olaf Scholz brachte keine greifbaren Fortschritte. Am Freitag will US-Präsident Joe Biden mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping telefonieren. China ist der wichtigste Verbündete Russlands, lässt aber bei dem Angriff auf die Ukraine eine gewisse Distanz erkennen. Unterdessen haben russische Truppen den Flughafen der westukrainischen Großstadt Lwiw angegriffen. Laut ukrainischen Angaben sind für Freitag neun neue Fluchtkorridore zur Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften Gebieten geplant.

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Fedex im Fokus stehen. Der Logistikkonzern verdiente im jüngsten Geschäftsquartal dank des anhaltenden Online-Bestellbooms glänzend. Der Nettogewinn kletterte zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent, die Erlöse legten um knapp zehn Prozent zu. Die Analysten hatten aber mit einem noch besseren Quartalsergebnis gerechnet. Im vorbörslichen Handel notierten die Fedex-Papiere zuletzt 2,8 Prozent im Minus.

Die bei risikofreudigen Privatanlegern besonders beliebten Anteilsscheine von Gamestop sackten vorbörslich um 8,4 Prozent ab. Der Videospiele-Händler schloss das vierte Geschäftsquartal mit einem Ergebnisrückgang ab und verfehlte damit die Analystenerwartungen. Der Umsatz fiel hingegen besser als prognostiziert aus./edh/stk