NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem verlustreichen Wochenauftakt dürfte sich der US-Leitindex Dow Jones am Dienstag etwas stabilisieren können. Günstigere Einstiegskurse und zaghafte Entspannungssignale im Ukraine-Krieg könnten dabei den Markt stützen. Allerdings bleiben die Anleger weiter angespannt und die Gewinne auf Messers Schneide, denn mit dem nahenden Börsenauftakt schmolzen zuletzt die vorbörslichen Zuwächse ein. Und an der technologielastigen US-Börse Nasdaq drehten bereits die Vorzeichen ins Minus.

Rund eine Dreiviertelstunde vor dem offiziellen Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 32 850 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 wurde ein Minus von 0,23 Prozent auf 13 288 Punkte erwartet.

Am Montag hatte der ungebremste Anstieg der Energiepreise und der fortdauernde Ukraine-Krieg den US-Leitindex noch auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr fallen lassen. Am Ende war das Börsenbarometer mit einem Minus von fast 2,4 Prozent aus dem Handel gegangen.

Im Ukraine-Krieg gab es zuletzt zumindest etwas Hoffnung für die notleidende Bevölkerung. Das russische Militär setzte am Morgen eine Feuerpause in der Ukraine in Kraft und öffnete "humanitäre Korridore" in fünf Städten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich derweil zu Gesprächen über den Status der Separatistengebiete im Osten des Landes und der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim bereit.

Unterdessen wächst der politische Druck auf die Energiemärkte. In den USA liegt weiterhin ein mögliches Importverbot für russisches Öl auf dem Tisch, Berichten zufolge könnte es noch an diesem Tag in Kraft treten. Dagegen droht Moskau nun seinerseits, die Gaslieferungen über die Pipeline Nordstream 1 einzustellen. Die Ölpreise stiegen am Dienstag auf die Nachrichten erneut, blieben aber unter ihren zuletzt erreichten Höchstständen.

Die Europäische Union sucht dringend nach Auswegen in der Energieversorgung. Marktteilnehmer verwiesen unterdessen auf Pressespekulationen, wonach noch in dieser Woche der Plan für die Ausgabe gemeinsamer Anleihen der Staatengemeinschaft zur Finanzierung nationaler Energie- und Verteidigungskosten vorgestellt werden soll.

Auf Unternehmensseite an der Wall Street steht der Google -Mutterkonzern Alphabet im Blick. Dieser machte nun offiziell, dass er für rund 5,4 Milliarden Dollar die IT-Sicherheitsfirma Mandiant kaufen will. Entsprechende Spekulationen hatten bereits am Vorabend für deutliche Kursgewinne bei Mandiant gesorgt, im vorbörslichen Handel stand das Papier nunmehr unter Druck.

Dagegen konnten sich einige Reisewerte zuletzt ein wenig erholen, die im Zuge des Ölpreisschocks am Vortag besonders hart von den Anlegern abgestraft worden waren, darunter United Airlines und Delta Air Lines . Auch einige Finanzwerte waren besonders gefragt. Ebenfalls dürften die Anleger die Rohstoffunternehmen als Profiteure der Krise nicht aus den Augen lassen. Durch die Suche der Investoren nach sicheren Häfen waren am Dienstag auch die Preise etwa für Gold und Silber weiter gestiegen./tav/stw