NEW YORK (dpa-AFX) - US-Standardtiteln drohen am Freitag weitere Kursverluste. Anleger zeigten sich ernüchtert über die immer noch ausstehende politische Einigung auf ein weiteres Corona-Hilfspaket. Auch die wohl binnen Tagen bevorstehende Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA sorgte für keine positiven Impulse.

Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,52 Prozent im Minus bei 29 843 Punkten. Damit würde der bekannteste amerikanische Aktienindex an seine jüngsten Kursabschläge anknüpfen. Auf Wochensicht zeichnet sich ein Rückgang um rund 1,2 Prozent ab.

Zuletzt hatte die Führung der republikanischen Senatsmehrheit einen überparteilichen Vorschlag für ein weiteres, mehr als 900 Milliarden US-Dollar schweres Konjunkturpaket gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie abgelehnt.

Beim Biotechnologieunternehmen Biontech und einem US-Partner Pfizer reichte es vorbörslich immerhin für Kursgewinne von 0,2 beziehungsweise 1,3 Prozent. "Gerade eben hat die FDA Pfizer darüber informiert, dass sie auf eine Zulassung hinarbeiten wollen", sagte US-Gesundheitsminister Alex Azar dem US-Sender ABC. Die FDA bestätigte diese Angaben. Auch die Gesundheitsbehörde CDC sei informiert worden, damit die Auslieferung des Impfstoffs dann rasch losgehen könne. Die Notfallzulassung der FDA könne "in den nächsten Tagen" kommen. "Am Montag oder Dienstag kommender Woche könnten wir sehen, dass Menschen geimpft werden."

Dass Walt Disney bis 2024 dank eines ausgeweiteten Angebots einen starken Anstieg der Abonnentenzahlen seiner Streaming-Sparte erwartet, ließ die Aktien des Unterhaltungsriesen um rund acht Prozent klettern - damit steuern sie auf ein Rekordhoch zu.

Oracle -Titel verteuerten sich nach Quartalszahlen um 1,4 Prozent. Der Softwarekonzern konnte trotz der Corona-Krise den Umsatz erwartungsgemäß steigern. Der Nettogewinn des SAP -Konkurrenten legte ebenfalls zu.

Die Aktien von MetLife gewannen 0,2 Prozent. Der Schweizer Versicherer Zurich baut sein Geschäft in den USA aus und übernimmt vom US-Konkurrenten Metlife wie bereits erwartet die Sparten Schaden- und Unfallversicherung./gl/jha/