NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street wird zum Start in den Mai fester erwartet. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial knapp eineinhalb Stunden vor dem Beginn 0,60 Prozent höher auf 34 079 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-100-Index wird 0,29 Prozent höher erwartet. Die Rekordhochs bleiben damit in Schlagdistanz.

Anleger wägen weiter ab zwischen den Perspektiven für eine anziehende Wirtschaft und den Risiken einer steigenden Inflation. Kurz nach der Eröffnung stehen Stimmungsdaten von Einkaufsmanagern aus der Industrie auf dem Programm, die Aufschluss geben werden über die weitere Erholung der Wirtschaft.

Die Vorwoche hatte der US-Leitindex mit einem Verlust von einem halben Prozent abgeschlossen, im Monat April aber ein Plus von rund 2,7 Prozent verbucht. Der nun beginnende Mai gilt als eher schwächerer Börsenmonat. Marktteilnehmer bemühen daher gerne die Börsenregel "Sell in May and go away".

Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners verwies auf jüngste Aussagen des Fed-Mitglieds Robert Kaplan, der vor Übertreibungen an den Börsen gewarnt habe und gleichzeitig auf eine baldige Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe der US-Notenbank dränge. Kaplans Aussage unterstreiche, dass sich die Börsianer früher oder später auf ein Ende der Ära des extrem billigen Geldes einstellen müssten, schrieb Altmann. Die Billiggeldflut der Zentralbanken gilt als einer der wesentlichen Treiber der Rally an den Aktienmärkten.

Während US-Finanzministerin Janet Yellen am Wochenende die Gefahren einer zunehmenden Inflation eher herunterspielte, hatte US-Staranleger Warren Buffett mit Blick auf die stark anziehende Wirtschaft und den weiter niedrigen Zinsen vor steigenden Preisen gewarnt. Mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hatte die 90-jährige Investorenlegende aus Omaha zu Jahresbeginn deutlich besser verdient. Der Betriebsgewinn legte im ersten Quartal um knapp 20 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu. Die Aktien von Berkshire Hathaway gewannen vorbörslich 1,1 Prozent.

Mit Quartalsahlen steht zudem der Kosmetikhersteller Estee Lauder im Blick, dessen Aktien vorbörslich um 3,5 Prozent absackten./ajx/mis