NEW YORK (dpa-AFX) - Am Tag vor dem nächsten US-Arbeitsmarktbericht wagen sich die Anleger an den US-Börsen noch vorsichtig aufs Parkett. Eine halbe Stunde vor dem Auftakt taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,26 Prozent höher auf 35 405 Punkte. Er würde damit innerhalb seiner engen Spanne der vergangenen Tage verbleiben und eine echte Annäherung an den bisherigen Rekord von 35 631 Punkten weiter scheuen.

Durchaus denkbar sind hingegen neue Rekorde für die übrigen New Yorker Indizes, die dem Dow schon länger einige Schritte voraus sind. Der S&P 500 hatte am Vortag einen erneuten Rekord über 4537 Punkten nur um Haaresbreite verpasst, nun aber könnte er mit einem moderaten Plus einen neuen Versuch starten. Auch der technologielastige Nasdaq 100 könnte bei Gewinnen eine weitere Bestmarke folgen lassen, am Vortag waren die Nasdaq-Indizes die einzigen mit einer fortgesetzten Rekordserie.

"Die gestrigen Daten aus den USA deuten darauf hin, dass die Märkte ihre Erwartungen an den Jobbericht am Freitag zurückschrauben müssen", hieß es von Experte Craig Erlam vom Broker Oanda. Am Vortag hatte es eine herbe Enttäuschung bei den geschaffenen Stellen nach Leseart des privaten Dienstleisters ADP gegeben. Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wiesen am Donnerstag allerdings ungefähr den erhofften Rückgang auf.

Anleger müssen solche Nachrichten neuerdings abwägen zwischen der konjunkturellen und der geldpolitischen Bedeutung. Eine schwächelnde Wirtschaft würde den Druck auf die Notenbank Fed, ihre Geldpolitik zu straffen, wieder reduzieren. Erlam erwartet deshalb am Donnerstag einen starken Fokus der Anleger auf den Aussagen einiger Personen aus dem Fed-Umfeld. Er verwies dabei vor allem auf Kommentare der regionalen Fed-Verantwortlichen Raphael Bostic und Mary Daly.

Auf Unternehmensseite dürfte sich ein Blick auf die Aktien von Moderna lohnen, sie rückten vorbörslich um 1,7 Prozent vor. Von dem Impfstoffhersteller hieß es am Vorabend nach Börsenschluss, es seien erste Daten bei der Gesundheitsbehörde FDA eingereicht worden, um für den eigenen Coronavirus-Impfstoff eine Zulassung für eine dritte Booster-Impfung zu erhalten. Die in New York hauptnotierten Papieren des Mainzer Konkurrenten Biontech zeigen sich mit einem vorbörslichen Plus von 0,8 Prozent allerdings auch freundlich.

Ansonsten setzen die Nikola-Aktien - ihre Erholungsrally an der Nasdaq vorbörslich mit einem Anstieg um 6,2 Prozent fort. Händler verwiesen auf Meldungen, wonach der Spezialist für Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben bei der Herstellung von Brennstoffzellen mit dem deutschen Autozulieferer Bosch zusammenarbeiten will.

Einen herben Rücksetzer gibt es derweil im vorbörslichen Handel für die Aktien des Online-Tierbedarfhändlers Chewy . Nach enttäuschenden Quartalszahlen sackte der Kurs hier um fast zehn Prozent ab. Händler verwiesen darauf, dass das Unternehmen lange als großer Profiteur der Corona-Krise galt, der Trend jetzt aber in Zeiten der Lockerungen nachlässt./tih/zb