NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen werden am Mittwoch weitere Gewinne erwartet und damit auch neue Rekordstände der technologielastigen Nasdaq-Indizes. Die Hoffnungen ruhten nach wie vor auf einem neuen Hilfspaket in der Corona-Krise, um das Republikaner und Demokraten immer noch feilschten, hieß es von Börsianern. In den vergangenen Tagen habe es dabei allerdings deutliche Fortschritte gegeben.

Rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenstart taxierte der Broker IG den Nasdaq 100 0,12 Prozent höher bei 11 110 Punkten. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial wird 0,70 Prozent höher auf 27 015 Punkte erwartet. "Ein frisches kleineres Stärkezeichen für den Dow ergäbe sich durch einen Sprung über 27 100 Punkte, allerdings ist das Potenzial auch dann überschaubar", kommentierten die Charttechnik-Experten von Index-Radar.

Allerdings könnten die Juli-Daten des privaten Dienstleisters ADP zum Arbeitsmarkt dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen. Die Zahl der Beschäftigten in der US-Privatwirtschaft erholte sich kaum vom Einbruch in der Corona-Krise: Die Zahl der Arbeitsplätze stieg um 167 000, während Analysten im Schnitt mit einem deutlich stärkeren Zuwachs um 1,2 Millionen gerechnet hatten. Dagegen wurden allerdings die Daten für den Vormonat Juni drastisch nach oben revidiert. Nun wird mit Spannung auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag gewartet.

Unternehmensseitig stehen zudem noch einige weitere Quartalsberichte an. Unter den Dow-Werten stehen die Aktien von Walt Disney im Fokus, die vorbörslich 6,5 Prozent gewannen. Zwar brockte die Corona-Pandemie dem US-Unterhaltungsriesen tiefrote Zahlen ein, doch zugleich verwies das Management auch auf "unglaubliche Erfolge" des Streaming-Services Disney+. Der im November gestartete Videodienst habe am Montag in dieser Woche bereits 60,5 Millionen Abonnenten verzeichnet, betonte Disney-Chef Bob Chapek.

Die Credit Suisse sprach von starken Zahlen des Medienkonzerns, strich prompt ihren Risikoabschlag für die Disney-Aktie, hob das Kursziel von 116 auf 146 US-Dollar und stufte sie zugleich von "Neutral" auf "Overweight" hoch.

Activision Blizzard indes werden nach starken Zahlen mit Verlusten erwartet und gaben vorbörslich um 1,6 Prozent nach. Das Geschäft mit Videospielen wuchs in der Corona-Krise weiterhin rasant. Der Umsatz zog im vergangenen Quartal im Jahresvergleich deutlich an und auch die Zahl aktiver Nutzer von Activision-Spielen legte binnen drei Monaten von 102 auf 125 Millionen zu. Allerdings zählt die Aktie zu den Krisengewinnern und kletterte erst zu Wochenbeginn auf ein Rekordhoch, was tags zuvor dann nochmals getoppt wurde./ck/jha/