NEW YORK (dpa-AFX) - Anleger an der Wall Street sind zu Beginn der neuen Woche nicht zu Käufen aufgelegt. Der Leitindex Dow Jones Industrial dürfte am Montag die Verluste vom Freitag noch etwas ausweiten. Börsianer zeigen sich wie schon in der vergangenen Woche skeptisch, ob die Erholung der Wirtschaft die großen Vorschusslorbeeren der Börsen der vergangenen Wochen und Monate am Ende rechtfertigen kann.

Rund eineinhalb Stunden vor dem Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow 0,1 Prozent niedriger auf 25 850 Punkte. Damit rückt die runde 25 000er Marke wieder in den Fokus, über der sich der Leitindex in der vergangenen Woche etabliert hatte.

"Aktienmärkte und Realwirtschaft - diese beiden Universen waren in der Vergangenheit eng miteinander verbunden. Jetzt scheinen für beide unterschiedliche Realitäten zu gelten", schrieb Analyst Mobeen Tahir vom Vermögensverwalter Wisdomtree. So seien in den USA im April 20 Millionen Jobs verloren gegangen, von denen im Mai nur 2,8 Millionen zurückgewonnen seien. Gleichzeitig spiegele die Stimmung vor allem an der technologielastigen Börse Nasdaq ein bislang großartiges Aktienjahr wider. Möglicherweise sei der Markt "über sich selbst hinausgewachsen".

Unter Druck sind im vorbörslichen Aktienhandel an der Nasdaq die Papiere von American Airlines geraten. Sie büßten fast neun Prozent ein. Die durch die Corona-Krise angeschlagene Fluggesellschaft will sich Kreisen zufolge 1,5 Milliarden US-Dollar über den Verkauf von Aktien und Wandelanleihen beschaffen.

Daneben dürften Analystenkommentare die Kurse bewegen. Papiere von Kraft Heinz gaben vorbörslich um ein knappes Prozent nach, belastet von einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs. Nach einem Kaufvotum des Analysehauses Redburn für die Aktien von Fiat Chrysler rückten diese um 3,5 Prozent vor. Papiere des Biotech-Unternehmens Biogen fielen um 1,3 Prozent, nachdem die Barclays Bank die Kaufempfehlung gestrichen hat./bek/jha/