NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen steuern am Donnerstag auf einen fast unveränderten Handelsstart zu. Sie dürften ebenso wie die europäischen Aktienmärkte ein wenig von den jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) gestützt werden. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dow Jones Industrial gut eine Stunde vor dem Auftakt nur noch 0,14 Prozent schwächer bei 34 982 Punkten und den technologielastigen Nasdaq 100 0,06 Prozent im Minus bei 15 611 Punkten. Damit würde sich der Nadaq 100 unweit seines jüngst erreichten Rekordhochs behaupten - dem Leitindex fehlen bis dahin hingegen noch rund 1,8 Prozent.

Im vierten Quartal soll der Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren im Rahmen des Corona-Notkaufprogramms Pepp laut EZB zwar "moderat" geringer ausfallen als derzeit. Doch sowohl das Volumen von 1,85 Billionen Euro als auch die Laufzeit bis mindestens Ende März 2022 bestätigten die Währungshüter.

Auch ein Ende des Zinstiefs im Euroraum ist nicht in Sicht: Die EZB hält den Leitzins - wie von Experten auch erwartet - weiter auf dem Rekordtief von null Prozent. Eine mögliche Straffung der ultralockern Geldpolitik bei einer gleichzeitig nachlassenden Konjunkturdynamik ist derzeit eine der größten Sorgen von Aktienbesitzern, da dadurch Aktien im Vergleich zu Anleihen an Attraktivität verlören.

Die wenigen Unternehmensnachrichten stießen vorbörslich auf ein negatives Echo. Die Gamestop-Aktien sackten nach enttäuschenden Zahlen um knapp 11 Prozent ab. Der Videospielhändler berichtete für das zweite Quartal zwar dank der Erholung von der Corona-Krise ein Umsatzplus von rund einem Viertel und konnte den Verlust fast halbieren. Analysten hatten aber mehr erwartet. Gamestop hatte Anfang des Jahres durch außergewöhnliche Kurskapriolen an der Börse Schlagzeilen gemacht.

Die in New York gelisteten Anteilsscheine des chinesischen Internet-Unternehmens Netease büßten vor dem Handelsstart fast viereinhalb Prozent ein. Hier belasteten die anhaltenden Regulierungsbemühungen der chinesischen Führung - zuletzt forderte sie von den heimischen Unternehmen, ihr Gewinnstreben nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen./gl/jha/