NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen zeichnet sich am Donnerstag vor Silvester ein leicht positiver Auftakt ab. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial knapp eine Stunde vor Handelsbeginn mit plus 0,17 Prozent auf 36 551 Punkte. Damit bewegt sich der Leitindex bei allerdings wohl weiter dünnem Handel nur wenige Zähler unter seiner Bestmarke vom Vortag. Der technologielastige Nasdaq 100 und der marktbreite S&P 500 werden am Donnerstag mit prozentual ähnlich hohem Zuwachs erwartet.

Es ist in New York der vorletzte Handelstag eines ausgesprochen erfolgreichen Börsenjahres. Anleger setzen darauf, dass trotz steigender Infektionszahlen die Omikron-Variante des Coronavirus die Wirtschaft nicht nachhaltig belasten wird. An diesem Freitag (31. Dezember) sind die US-Börsen geöffnet.

Veröffentlicht wurden bereits vor dem Handelsstart am Donnerstag die Zahlen zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung. Sie fielen besser aus als von Ökonomen erwartet. Laut dem Analysten Jeffrey Halley vom Händler Oanda dürften sie für noch mehr gute Stimmung am Markt sorgen. Wenige Minuten nach dem Börsenbeginn folgt dann noch der Chicago-Einkaufsmanagerindex.

Achten werden die Marktteilnehmer zudem auf das für diesen Donnerstag anberaumte Telefonat von US-Präsident Joe Biden mit Wladimir Putin zum Thema Ukraine. Für den Fall eines weitergehenden militärischen Eingreifens in der Ukraine will Biden dem russischen Staatschef mit harten Sanktionen drohen. Ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses erklärte, Biden werde in dem Gespräch für eine diplomatische Lösung werben, aber auch die Bereitschaft zu harten Strafmaßnahmen betonen.

Der Russland-Ukraine-Konflikt gilt auch mit Blick auf die ersten Wochen des Jahres 2022 als zentrales geopolitisches Risiko. Schon bald dürfte klar werden, ob der Konflikt am grünen Tisch beigelegt werden könne oder eine weitere Eskalation drohe, schrieb der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Letzteres dürfte auch die Aktienmärkte in schwere Turbulenzen versetzen, so der Experte.

Halbleiterwerte könnten am vorletzten Handelstag in New York unter Druck geraten. Grund sind Aussagen des Konzerns Micron Technology , wonach der anhaltende Lockdown in der chinesischen Metropole Xi’an dessen Halbleiterproduktion beeinträchtigen könnte. Ein Händler sagte, die Region stehe für rund zehn Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für sogenannte NAND-Chips.

Die Micron-Aktien gaben vorbörslich um rund eineinhalb Prozent nach. Am Vortag hatten sie noch kräftig zugelegt und am Jahreshoch aus dem April gekratzt, das knapp unter dem Rekordhoch aus dem Jahr 2000 liegt. Die Titel waren wenige Tage vor Weihnachten deutlich nach oben gesprungen, weil Micron aufgrund einer hohen Nachfrage nach Chips einen optimistischen Ausblick gegeben hatte.

Biogen fielen vorbörslich um fast sieben Prozent, nachdem der Elektronikkonzern Samsung einen Bericht im "Korea Economic Daily" zu Gesprächen über eine Übernahme des US-Biotechkonzerns nun dementierte. Am Vortag waren Biogen nach den Übernahmespekulationen um 9,5 Prozent hoch geschnellt.

Die Aktien der Fahrdienstvermittler Uber und Lyft notierten vorbörslich moderat schwächer. Sie könnten nach den jüngsten Quartalszahlen des chinesischen Kontrahenten Didi einen Blick wert sein. So hatte Didi einen Nettoverlust von 4,7 Milliarden Dollar gemeldet. Vor allem das heimische Mobilitätsgeschäft soll für den drastischen Einbruch verantwortlich sein. Zum Vorquartal sank der Gesamtumsatz um nahezu 13 Prozent. Anfang Dezember hatte Didi angekündigt, seinen Rückzug von der Börse in New York zu planen und für 2022 eine Notierung in Hongkong anzustreben./ajx/jha/