NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen dürften am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten US-Leitzinsentscheidung mit weiteren Kursgewinnen in den Handel starten. Die vage Hoffnung auf eine Feuerpause in der Ukraine und eine damit verbundene Entspannung, was die Energiepreise betrifft, wurden weiter als Treiber angesehen.

Bevor die Fed später wohl die erste Zinserhöhung seit 2018 verkünden wird, wurde der Dow Jones Industrial vom Broker IG eine halbe Stunde vor dem Auftakt auf 33 804 Punkte taxiert und damit 0,8 Prozent höher. An der Nasdaq sind die Erwartungen noch besser, der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 wurde sogar 1,3 Prozent höher berechnet.

Es gibt weiter vage Hoffnung, dass in den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland Fortschritte erzielt werden. Wenngleich die Kämpfe unvermindert weitergehen, sorgten vergleichsweise milde Töne aus Russland zuvor auch schon in Europa für weiteren Auftrieb an den Finanzmärkten. Knapp drei Wochen nach dem Beginn des Krieges sieht Russlands Außenminister Sergej Lawrow Chancen auf einen Kompromiss. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in der Nacht zu Mittwoch zu den Gesprächen vorsichtig optimistisch.

Die Perspektive hielt vorbörslich vor allem die Tech-Werte auf ihrem Erholungskurs. Apple -Aktien zum Beispiel rückten um 1,5 Prozent vor. Nach dem Produktionsstopp wegen des Corona-Lockdowns im südchinesischen Shenzhen hat der Apple -Partner Foxconn den Betrieb in der iPhone-Fertigungsstätte in der Metropole teilweise wieder aufgenommen.

Auch den Tech-Sektor prägende Chip-Aktien gehörten vorbörslich zu den großen Gewinnern. Die Papiere von Micron zum Beispiel wurden 4,2 Prozent höher gehandelt.

Am Ölmarkt entspannte sich die Lage weiter, die Preise sind am Mittwoch weiter gefallen. Die Aktien der Ölmultis Chevron und ExxonMobil legten vorbörslich dennoch etwas zu. Fluggesellschaften setzten indes ihre Erholung mit weiteren Kursgewinnen fort. Die Titel von Delta und United rückten vorbörslich um mehr als drei Prozent vor.

Kräftige Gewinne zeichnen sich an der Nasdaq auch bei Starbucks ab, hier legte der Kurs nach einer Hochstufung auf "Overweight" durch die US-Bank JPMorgan fast sechs Prozent zu. Zudem will der Konzernchef Kevin Johnson nach 13 Jahren im kommenden Monat zurücktreten, wird dem Unternehmen aber als Berater erhalten bleiben. Starbucks-Gründer Howard Schultz wird als Interims-Chef übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Besonders kräftig erholten sich aber die in den USA notierten Aktien chinesischer Tech-Konzerne wie Alibaba. Die Titel des chinesischen Internet-Giganten schossen vorbörslich um 19 Prozent hoch. Die Branchentitel aus China hatten sich zuvor schon in Fernost kräftig erholt, nachdem die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet hatte, dass die Regierung ein Interesse an einer Stabilisierung der Börsen habe - und daran, dass chinesische Aktien an Börsen außerhalb des Landes notiert bleiben. Sorgen über einen Ausschluss vom US-Markt hatten die Werte in den vergangenen Wochen stark belastet./tih/mis