NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger haben am Freitag trotz der offenen Entwicklung beim Zollstreit ihren jüngsten Pessimismus vorerst abgelegt. Nach den herben Verlusten der vergangenen Tage und einem erneut schwachen Auftakt schaffte es der Dow Jones Industrial <US2605661048> am Freitag, seine Verluste aufzuholen. Zuletzt lag er knapp mit 0,07 Prozent und 25 847,72 Punkten in der Gewinnzone. Die von den Zollsorgen geprägte Woche würde er so aber immer noch 2,5 Prozent schwächer beenden.

Am Markt wurde darauf spekuliert, dass die Streitnationen USA und China ihre Gespräche konstruktiv geführt haben und fortsetzen werden. Donald Trump hatte die Welt zuvor in einer Twitter-Nachricht noch auf weiterhin langwierige Verhandlungen eingestimmt, nachdem die Gesprächsrunde am Vortag keinen Durchbruch gebracht hatte. "Es gibt überhaupt keinen Grund zur Eile", schrieb der US-Präsident. Die USA hatte ihre Ankündigung am Freitag in die Tat umgesetzt und die für Importe aus China geltenden Sonderzölle um mehr als das Doppelte erhöht. China will dem mit "notwendigen Gegenmaßnahmen" begegnen.

Wie der Dow konnten auch die weiteren bedeutenden New Yorker Indizes ihre anfänglichen Verluste abbauen: Der breit gefasste S&P 500 <US78378X1072> stand zuletzt mit 2870,65 Zählern exakt auf Vortagsniveau, während der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> noch 0,25 Prozent auf 7563,93 Punkte verlor. An den Börsen in Asien und Europa hatten die Anleger zuvor mehrheitlich zugegriffen.

Auf Unternehmensseite waren die Augen am Freitag vor allem auf den Börsengang von Uber <US90353T1007> gerichtet, der als einer der größten seit Jahren gilt - zunächst aber floppte. Nachdem die Aktien schon nicht so erfolgreich wie erhofft platziert werden konnten, standen sie beim ersten Kurs mit 42 US-Dollar knapp 7 Prozent unter dem Ausgabepreis von 45 Dollar. Im Handelsverlauf notierten sie mit 44,64 Dollar aber nur noch knapp darunter.

Ansonsten gab es zum Ausklang der US-Berichtssaison noch einige Zahlenvorlagen von Nebenwerten - mit negativen Nachrichten. Darunter befand sich die Hotelkette Marriott <US5719032022>, deren Aktien wegen Enttäuschungen beim Umsatz und dem Ausblick auf das zweite Quartal um 3 Prozent fielen. In derselben Branche ging es für Wynn Resorts <US9831341071> noch deutlicher um etwa 4,3 Prozent bergab. Der von der Kasino- und Hotelkette erzielte Umsatz verfehlte im ersten Quartal die Erwartungen.

Noch trüber ging es bei dem Online-Bewertungsportal Yelp <US9858171054> zu, dessen Aktien wegen eines sehr schwachen Erstquartalsgewinns um fast 15 Prozent absackten. Symantec <US8715031089> knickten außerdem um fast 13 Prozent ein: Bei dem Anbieter von Sicherheitssoftware trieben ein enttäuschender Ausblick und der Rücktritt des Konzernchefs die Aktionäre in Scharen in die Flucht./tih/mis