NEW YORK (dpa-AFX) - Konfusion in Bezug auf den Handelskonflikt mit China hat am Freitag in New York die Aktienkurse ausgebremst. Der Dow Jones Industrial schwankte bis zwei Stunden vor Schluss um sein Vortagsniveau. Zuletzt lag der Leitindex denkbar knapp mit 0,02 Prozent im Plus bei 24 718,95 Punkten. Auf Wochensicht steuert er damit auf einen Abschlag von knapp einem halben Prozent zu.

Etwas Hoffnung kam beim Handelsstreit nach einem Medienbericht auf, wonach China Kreisen zufolge dazu bereit ist, den USA bei der Reduzierung ihres chronischen Handelsdefizits zu helfen. Dann aber folgten Dementis aus Fernost. "Nach wie vor herrscht Ungewissheit darüber, wie die Handelsgespräche mit China weitergehen", sagte daraufhin Marktanalyst David Madden von CMC Markets. Da eine Lösung nicht in der Luft liege, dürften Investoren vorsichtig bleiben.

Die Marktzinsen, die den Dow in den Tagen zuvor belastet hatten, bremsten das Aktieninteresse derweil zu Wochenschluss nur noch wenig. Nach einem erneuten siebenjährigen Höchststand fiel die Rendite der US-Staatsanleihen zuletzt etwas zurück.

Für den marktbreiten S&P 500 Index ging es um 0,22 Prozent auf 2714,05 Punkte nach unten. Noch größer waren die Kursverluste bei den Technologiewerten, deren Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,38 Prozent auf 6875,72 Punkte nachgab. Hier setzte ein schwacher Ausblick des Anlagenbauers Applied Materials der Branche zu.

Dessen Applied Materials büßten an der Nasdaq 7,5 Prozent ein. Börsianer bemängelten vor allem die Umsatzprognose für das laufende dritte Geschäftsquartal. Goldman Sachs gab wegen schlecht laufender Display-Geschäfte und einem enttäuschenden Marktanteilswachstum im Halbleiter-Kerngeschäft seine bisherige Kaufempfehlung auf.

Die Perspektiven von Applied Materials belasteten auch den Konkurrenten Lam Research mit 3,5 Prozent Minus sowie einige Kunden aus der Chipbranche. Intel -Aktien waren im Dow mit einem fast 2-prozentigen Abschlag unter den größten Verlierern.

Auf der anderen Seite mauserten sich im Dow die Boeing-Aktien mit einem Anstieg um 1,9 Prozent zum Spitzenreiter. Börsianern zufolge erhielten sie Rückenwind von Medienberichten, wonach der Flugzeugbauer im Kampf um einen Großauftrag von United Airlines die Nase vorn haben könnte gegenüber seinem europäischen Widersacher Airbus.

Schlechte Stimmung herrschte am Freitag auch bei den Aktionären von Baidu : Die Aktien des in den USA gelisteten chinesischen Suchmaschinenbetreibers sackten nach dem überraschenden Abschied eines als wichtig erachteten Managers um rund 9 Prozent ab. Der für das operative Geschäft zuständige Qi Lu war nach nur 14 Monaten wieder gegangen.

Paypal dagegen waren an der Nasdaq mit mehr als 2 Prozent Plus ein Lichtblick. Der Online-Bezahldienst baut sein Geschäft mit dem Kauf von iZettle aus. Der schwedische Mobil-Bezahldienst, der auf Lesegeräte für Smartphones und Tablets spezialisiert ist, soll für 2,2 Milliarden Dollar übernommen werden.

Bei einigen Nebenwerten gab es Licht und Schatten. Die Aktien des Landmaschinenherstellers Deere & Co rückten trotz eines enttäuschenden zweiten Geschäftsquartals um 6 Prozent vor. Experten zeigten sich zufrieden mit geplanten Preiserhöhungen und einem angehobenen Gewinnausblick.

Beim Fertigsuppen-Hersteller Campbell Soup war genau das Gegenteil der Fall: Wegen einer gekürzten Jahresprognose gingen die Papiere mit 12 Prozent in die Knie.

Eine freudige Nachricht gab es dann aber noch für die Aktionäre von Amgen : Die Papiere des Pharmakonzerns reagierten mit einem Anstieg um etwas mehr als 1 Prozent auf die Meldung, dass ein gemeinsam mit Novartis entwickelte Migränemedikament in den USA verkauft werden darf./tih/he