NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem verlängerten Osterwochenende sind die Anleger am New Yorker Aktienmarkt weiterhin guter Dinge. Getrieben von Konjunkturoptimismus griffen Anleger am Donnerstag vor allem bei Nebenwerten außerhalb des Dow nochmals mutig zu, während die zuletzt hochgekochten Sorgen vor anziehenden Marktzinsen nachließen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel unter die Marke von 1,7 Prozent.

Der Dow Jones Industrial lag stand zwei Stunden vor Schluss mit 0,49 Prozent im Plus bei 33 144,72 Punkten. Eine erneute Bestmarke konnte er damit zwar nicht setzen, er blieb aber auf Tuchfühlung zu den am Montag erreichten 33 259 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 hängte den Dow mit einem Anstieg um knapp 1 Prozent ab. Mit 4010,97 Zählern stand er erstmals über der Marke von 4000 Punkten.

Besonders dominant waren die Gewinne bei Technologiewerten, die in den vergangenen Wochen bei Anlegern etwas an Zuspruch verloren hatten. Sie knüpften an ihre deutliche Erholungsbewegung vom Vortag an. Der von dieser Branche geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 stieg zuletzt um 1,54 Prozent auf 13 292,86 Punkte. Zeitweise erreichte er über 13 300 Zählern den höchsten Stand seit Ende Februar.

Als Haupttreiber gilt weiter die Hoffnung, dass die Impffortschritte einen Weg aus der Pandemie bahnen und die billionenschweren Fördermaßnahmen von US-Präsident Joe Biden dann zu einer konjunkturellen Erholung beitragen werden. Förderlich für diesen Optimismus waren am Donnerstag auch frische Konjunktursignale. Die am ISM-Index gemessene Stimmung in der US-Industrie war auf höchsten Stand seit über 37 Jahren gestiegen.

Der NordLB-Analyst Tobias Basse wertete dies als klaren Hinweis auf ein kräftiges Anziehen der ökonomischen Aktivität in der US-Industrie. "Diese Nachricht passt gut zur generellen Erwartungshaltung einer in 2021 regelrecht boomenden Ökonomie der Vereinigten Staaten", so der Experte. Gespannt wird nun auf den Arbeitsmarktbericht gewartet, der trotz Feiertags am Freitag veröffentlicht wird. Gehandelt wird in den USA erst wieder am Montag.

Die großen Gewinner im Dow kamen hauptsächlich aus dem besonders gefragten Technologiebereich. Aktien von Salesforce hatten mit einem Anstieg um 2,8 Prozent die Spitzenposition inne und die Papiere von Microsoft folgten dem mit Kursgewinnen von 2,6 Prozent. Hier wirkte ein am Vortag vermeldeter Großauftrag vom US-Militär noch positiv nach.

Im Chipbereich, der auch dem Technologiesektor zugerechnet wird, rückte Micron Technology ins Blickfeld. Der Speicherchiphersteller gab aufgrund einer lebhaften Nachfrage einen optimistischen Umsatz- und Gewinnausblick ab. Die Aktien reagierten darauf mit einem Anstieg um vier Prozent. Viele weitere Branchenwerte folgten dem mit ebenfalls deutlichen Kursgewinnen.

Für Gesprächsstoff sorgte aber auch, dass Micron einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge Interesse am Kauf des japanischen Speicherproduzenten Kioxia hat. Der Zeitung zufolge steht das Unternehmen dabei aber in Konkurrenz zum Festplatten-Hersteller Western Digital . Dessen Aktien rückten sogar um 5,5 Prozent vor.

Die 4,7 Prozent höheren Aktien von Uber reagierten positiv auf eine optimistische Erstbewertung durch das Analysehaus Jefferies. Analyst Brent Thill argumentierte in seiner Studie, der Fahrdienstvermittler sei eine besonders gute Möglichkeit, um von Lockerungen in der Pandemie zu profitieren. Uber sei in bester Position, um das Wachstum zu beschleunigen.

Schwäche zeigten im Dow die ein halbes Prozent tieferen Aktien von Johnson & Johnson . Bei der Produktion des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns gab es bei einer Charge ein Problem. In einer Produktionsstätte eines Partnerunternehmens habe ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden und sei daher nicht verwendet worden, teilte der Konzern mit./tih/he