NEW YORK (dpa-AFX) - Spekulationen über eine erste Leitzinserhöhung nach mehr als sechs Jahren haben am Dienstag den weltweit bekanntesten Aktienindex Dow Jones     belastet. Daten zu den Verbraucherpreisen und vom Immobilienmarkt hätten den Erwartung zahlreicher Börsianer neues Futter geliefert, dass die US-Notenbank schon bald an der Zinsschraube drehen dürfte, hieß es am Markt.

Der Dow sank rund zwei Stunden vor Handelsschluss um 0,38 Prozent auf 18 047,24 Punkte. Der breiter angelegte S&P-500-Index     verlor zugleich 0,33 Prozent auf 2097,47 Punkte, hatte sich allerdings am Vortag zeitweise bis auf knappe 5 Punkte seinem Rekordhoch von Ende Februar genähert.

Die technologielastigen Indizes an der Nasdaq bewegten sich nach einem freundlichen Auftakt zuletzt kaum vom Fleck. Der Auswahlindex Nasdaq 100     gewann zuletzt 0,06 Prozent auf 4448,25 Zähler.

Da die US-Notenbank erst im Falle einer zunehmenden Inflation die Leitzinsen anheben will, wurden die Verbraucherpreise besonders unter die Lupe genommen. Für Februar hatte das Arbeitsministerium bekannt gegeben, dass die Inflation ihren kurzen Ausflug in den negativen Bereich vorerst beendet hat und die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 0,2 Prozent gestiegen waren. Zudem hatten die Verkäufe neuer Häuser im Februar überraschend zugelegt, was ebenfalls unter dem Aspekt einer baldigen Zinsanhebung betrachtet wurde.

Darüber hinaus hatte der Präsident der Notenbank von St Louis, James Bullard, bei seinem Besuch in London über ein anziehendes Wachstum der US-Wirtschaft im zweiten Quartal gesprochen und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Plus von 3 Prozent. Das spricht ebenfalls für eine baldige Zinsanhebung, und damit der ersten seit mehr als sechs Jahren. Bullard selbst sagte dazu: Die Bedingungen für eine "Normalisierung" der Zinsen in diesem Jahr seien gegeben.

Unter den Einzelwerten im Dow standen die Papiere des Pharmaunternehmens Merck & Co ( MERCK & CO INC Aktie) wegen Studienergebnissen im Blick. Sie gaben zuletzt ihre Gewinne allerdings fast komplett wieder ab und standen nur noch mit 0,02 Prozent im Plus. Eine klinische Studie zum Krebsmittel Keytruda zum Einsatz gegen fortgeschrittenen Hautkrebs wurde gestoppt, nachdem ein Vergleich mit dem Mittel Yervoy von Bristol-Myers Squibb (BMS) ( BRISTOL-MYERS Aktie) bessere Überlebensquoten gezeigt hatte. Damit war das Studienziel erreicht worden. Die Aktien von BMS büßten 2,62 Prozent ein.

An der Nasdaq sprangen die Titel von Google ( GOOGLE Aktie) ( GOOGLE INC. Aktie) um 2,43 Prozent hoch. Anleger freuten sich, dass die Finanzchefin und Top-Managerin Ruth Porat von der Bank Morgan Stanley ( MORGAN STANLEY Aktie) Ende Mai zum Internetgiganten wechseln wird. Dort wird sie ebenfalls Finanzchefin sein.

Im S&P 500 zählten die Titel von McCormick & Co ( MCCORMICK Aktie) zu den Favoriten. Der Aromen- und Würzmittelspezialist überraschte positiv mit seinem Quartalsbericht und dem Jahresausblick, was den McCormick-Aktien ein Plus von 2,96 Prozent bescherte. Die Anteilsscheine von Chesapeake Energy ( CHESAPEAKE ENERGY Aktie) profitierten davon, dass Großinvestor Carl Icahn erstmals seit zwei Jahren seinen Anteil an dem Schieferöl-Förderer ausbaute. Dessen Aktie war zuletzt seit Mitte Februar steil auf Talfahrt gegangen. Nun legte sie um ein knappes Prozent zu./ck/he