NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach zwei Gewinntagen in Folge wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Unter Druck gerieten am Freitag insbesondere die als sehr konjunktursensibel geltenden Technologiewerte. Börsianer verwiesen als Belastung auf die Corona-Infektion von Präsident Donald Trump. Zudem belegte der Arbeitsmarktbericht für September einen überraschend geringen Stellenzuwachs, was zusätzlich auf die Stimmung drückte.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich überwiegend in der Verlustzone und stand zuletzt 0,34 Prozent tiefer bei 27 721,39 Punkten. Auf Wochensicht deutet sich damit gleichwohl ein Plus von rund zwei Prozent an. Der marktbreite S&P 500 verlor am Freitag 0,81 Prozent auf 3353,52 Punkte.

Der technologielastige Nasdaq 100 sackte um 2,49 Prozent auf 11 295,35 Zähler ab. Die zuletzt gesehene enorme Outperformance der Tech-Aktien, die zu den sogenannten Wachstumswerten und auch zu den sogenannten Momentumwerten (also Aktien mit zuletzt hoher Kursdynamik) zählen, habe bei vielen Anlegern Begehrlichkeiten geweckt, schrieben die Experten der Quirin Privatbank. Ihrer Meinung nach bleiben Technologieaktien zwar grundsätzlich aussichtsreich, andererseits hätten sie aber bereits viel Positives in den aktuellen Kursen vorweggenommen.

Der Präsident der größten Volkswirtschaft der Welt zeigt derweil nach seiner Infektion mit dem Coronavirus leichte Erkrankungssymptome. Sollte Trump seine Amtsgeschäfte nicht ausüben können, müsste Vizepräsident Mike Pence einspringen.

Ein Marktbeobachter sprach mit Blick auf Trumps Corona-Infektion von einem "großen Schock", der naturgemäß die Risikobereitschaft der Anleger schmälere. Schon in gut einem Monat findet die US-Präsidentschaftswahl statt. Wegen seiner Quarantäne verpasse Trump nun Wahlkampfveranstaltungen in drei wichtigen umkämpften US-Bundesstaaten, wobei vor allem Florida wichtig sei, ergänzte Marktstratege Stephen Innes vom Handelshaus Axitrader.

In dem schwachen Umfeld fielen die Aktien von Tesla als Schlusslicht im Nasdaq 100 um mehr als sechs Prozent. Der Elektroautobauer hatte zwar im dritten Quartal mehr Fahrzeuge an die Kundschaft gebracht als vom Markt erwartet. Die Absatzzahlen könnten laut Analyst Joseph Spak vom Analysehaus RBC aber einige Fragen aufwerfen. So weite Tesla seine Kapazitäten aus, obwohl die Fabriken nicht voll ausgelastet seien.

Im Dow zählten die Walmart-Aktien mit einem Minus von 1,5 Prozent zu den Schlusslichtern. Der Handelskonzern will einen Großteil seiner Beteiligung am Lebensmittelhändler Asda in Großbritannien an Investoren verkaufen, erwartet allerdings im kommenden Jahr im Zusammenhang mit dem Geschäft einen Verlust./la/he