NEW YORK (dpa-AFX) - Einen Tag nach der Zinswende in den USA hat die Wall Street ihre Talfahrt am Freitag fortgesetzt. Nachdem der Jubel über die Maßnahmen der US-Notenbank bereits am Vortag verklungen war und der Dow Jones Industrial (DJI) fast eineinhalb Prozent eingebüßt hatte, sank er nun um weitere 1,67 Prozent auf 17 204,28 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von 0,4 Prozent.

Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Freitag 1,32 Prozent auf 2014,88 Punkte. An der Nasdaq gab der Auswahlindex 100 um 1,31 Prozent auf 4537,88 Punkte nach.

"Die Sorgen über den Zustand der Weltwirtschaft sind wieder in das Bewusstsein der Marktteilnehmer zurückgekehrt", sagt Michael Hewson, Chefanalyst des Devisenhändlers CMC Markets. Nachdem die Entscheidung der US-Notenbank Fed endlich feststehe, sei sie nun schon wieder Geschichte.

Im Dow zählten die Aktien von Boeing zu den Schlusslichtern mit minus 4,5 Prozent. Die amerikanische Bank Wells Fargo hatte die Aktien des Flugzeugbauers von "Outperform" auf "Market Perform" abgestuft und geht nun nur noch von einer marktkonformen Aktien-Entwicklung aus. Das Chance/Risiko-Verhältnis sei nicht mehr so vorteilhaft, schrieb Analyst Sam Pearlstein und glaubt, dass der erste Unternehmensausblick für 2016 Enttäuschungspotenzial habe.

Besonders schwach zeigten sich zudem die Bankaktien. So büßten Goldman Sachs im Dow knapp 3 Prozent ein und JPMorgan gaben um rund 2 Prozent nach. Die Papiere von Morgan Stanley und Citigroup verloren rund 2,5 Prozent. Die Papiere der Regions Financial Corp büßten sogar etwas mehr als 3 Prozent ein. "Zunächst haben die Finanzwerte positiv auf die Fed-Entscheidung reagiert", sage ein Börsianer. "Aber nun gibt es zunehmend Bedenken, vor allem wegen Kreditvergaben im Energiebereich." Besonders regionale Banken litten darunter.

An der Nasdaq sprangen die Aktien des Telekomdienstleisters VimpelCom mit plus 8,5 Prozent an die Spitze des Auswahlindex 100. Die Anteilsscheine von Mobile TeleSystems (MTS) hingegen zeigten sich an der NYSE unverändert. VimpelCom und MTS, die auf dem russischen Telekommarkt Rivalen sind, wollen dort gemeinsam in 20 Regionen schnellere Datendienstleistungen anbieten./ck/he