NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den Gewinnen vom Vortag sind die Kurse an den US-Börsen am Donnerstag wieder gefallen. Die Hoffnung vom Mittwoch auf eine Annäherung Russlands und der Ukraine hat sich zunächst zerschlagen. Das Treffen der Außenminister beider Länder in Antalya in der Türkei brachte keine wesentlichen Fortschritte. Der Dow Jones Industrial verlor zuletzt 0,62 Prozent auf 33 079 Punkte.

Der marktbreite S&P 500 gab um 0,69 Prozent auf 4248 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq 100 sank mit minus 1,31 Prozent auf 13 561 Zähler etwas stärker. Hier belasteten steigende Kapitalmarktrenditen, die die Refinanzierung wachstumsstarker Tech-Unternehmen verteuern können.

Die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise und die daraus resultierende Inflation befeuern die Sorgen vor einer schwächeren Konjunktur. Das rückt die Notenbanken in den Fokus. Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte an diesem Donnerstag auf die hohe Teuerung und tritt nun bei ihren Anleihekäufen schneller als geplant auf die Bremse.

An den Märkten wird das als Signal gewertet, dass sich trotz aller konjunkturellen Risiken die Zeiten der lockeren Geldpolitik einem Ende nähern. "In der kommenden Woche wird die Fed ihre Zinsentscheidung vortragen und auch die jüngsten Inflationsentwicklungen berücksichtigen müssen", schrieb Marktbeobachter Andreas Lipkow von Comdirect. Die Verbraucherpreise in den USA sind im Februar um fast acht Prozent gestiegen. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte selbst nach dem Angriff auf die Ukraine eine Leitzinserhöhung für März in Aussicht gestellt.

An den Rohstoffmärkten stiegen nach den starken Vortagesverlusten die Preise wieder. Daraufhin tauschten viele Gewinner und Verlierer der Wochenmitte wieder die Plätze, Öl- und andere Rohstoffaktien waren erneut gefragt. Technologiewerte standen dagegen wieder auf den Verkaufslisten, Microsoft , Apple und Cisco büßten im Dow bis zu drei Prozent ein.

Amazon stand wegen eines geplanten Aktiensplits im Blick, zudem hat der Online-Handelsriese den Rückkauf eigener Aktien für bis zu zehn Milliarden Dollar angekündigt. Amazon-Anteile gewannen mehr als sechs Prozent./bek/he