NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich zum Wochenbeginn zu neuen Rekorden aufgeschwungen. Befeuert von weiteren Signalen der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, erklommen der Dow Jones Industrial <US2605661048>, der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> und der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> neue historische Höchstmarken - und setzten somit die vorweihnachtliche Hausse fort.

Der Dow legte zuletzt um 0,55 Prozent auf 28 290,29 Punkte zu. Hier erklommen die Aktien von Nike <US6541061031>, Apple <US0378331005> und Microsoft <US5949181045> neue Höchstmarken. Mit einem Börsenwert von Apple und Microsoft von jeweils deutlich über einer Billion US-Dollar haben die beiden Giganten sowohl Amazon <US0231351067> als auch die Google-Holding Alphabet <US02079K3059> abgehängt.

Der S&P 500 rückte um 0,82 Prozent auf 3194,89 Zähler vor und der Nasdaq 100 kletterte um 1,05 Prozent auf 8577,03 Punkte.

Nach einer Teileinigung im Handelskrieg senden China und die USA nun weitere Entspannungssignale. Die Regierung in Peking setzte zusätzlich angedrohte Vergeltungszölle auf US-Waren auch formal außer Kraft. Die ursprünglich für Sonntag geplanten Strafzölle wurden aufgehoben.

Profiteure dieser Entwicklung waren die Papiere von Chip-Herstellern, die auf das Funktionieren von Lieferketten in Asien angewiesen sind oder für die Fernost ein wichtiger Absatzmarkt ist. So gewannen AMD <US0079031078>, Broadcom und Micron Technology bis zu 4,2 Prozent. Aktien des Festplatten-Spezialisten Western Digital zogen sogar um 6,4 Prozent an.

"Das Teilabkommen im Handelsstreit zwischen China und den USA hat die Börsen weiter beflügelt", hieß es in einem Marktkommentar des Investmenthauses Bernstein. Gleichzeitig warnten die Analysten: "Wir sind uns jedoch bewusst, dass der Handelsfrieden nicht ewig anhalten wird". Weiterhin hilfreich für die Börsen sei auch der "marktfreundliche Wahlausgang" in Großbritannien.

Größter Verlierer der Einzelwerte im Dow waren die Aktien von Boeing <US0970231058>. Sie verloren 4 Prozent. Der Flugzeugbauer könnte laut einem Medienbericht bereits zum Wochenstart eine Produktionspause für den Krisenjet 737 Max bekanntgeben. Eine solche Pause werde zunehmend als die gangbarste Option gesehen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Die Alternative wäre, die Produktion weiter zu drosseln.

Ein Pausieren der Produktion des 737 Max würde seine Zuversicht mit Blick auf den Flieger eintrüben, schrieb Analyst Seth Seifman von JPMorgan. In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage der Akzeptanz technischer Änderungen an der Maschine durch die zuständigen US-Behörden. Eine Pause könne zudem negative Auswirkungen auf die Lieferketten in der Produktion des 737 Max haben.

Die Anteile von International Flavors & Fragrances (IFF) <US4595061015> brachen um 10 Prozent ein, während die von Dupont <US26614N1028> auf der Stelle traten. IFF formt gemeinsam mit der Sparte für Nahrungszusatzstoffe des US-Chemiekonzerns Dupont einen der weltweit größten Anbieter von Duftstoffen und Aromen. Die Analysten von Bernstein sprachen von einem eher teuren Deal für IFF, während die Dupont-Aktionäre sich darüber freuen dürften.

Die Aktien von Uber <US90353T1007> stiegen um 5,2 Prozent. Der Fahrdienstvermittler wehrt sich in London gegen den Entzug seiner Lizenz.

Im Fokus standen zudem Analystenkommentare von Goldman Sachs. Die Papiere von Amgen <US0311621009>, UnitedHealth <US91324P1021> und Dentsply Sirona <US24906P1093> legten um 2,4 bis 3,3 Prozent zu. Die Investmentbank hat alle drei Aktien auf die "Conviction Buy List" gesetzt und sieht damit ein besonders großes Kurspotenzial. Die im Dow enthaltenen Papiere von UnitedHealth stiegen auf ein Rekordhoch./bek/jha/