BUDAPEST/WARSCHAU/PRAG/MOSKAU (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Börsen sind mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Schwache Handelsdaten aus China, die in der Nacht auf Montag bekannt wurden, konnten die Stimmung der Anleger nicht entscheidend trüben.

In Moskau setzte der rohstofflastige RTS-Interfax-Index mit einem Plus von 1,94 Prozent auf 953,64 Punkte seine Gewinnserie fort. Er profitierte von der anhaltenden Erholung der Ölpreise.

An der Warschauer Börse schloss der Wig-30-Index 0,71 Prozent höher bei 2085,10 Punkten. Der breiter gefasste Wig-Index gewann 0,64 Prozent auf 47.910,99 Punkte.

Die Bankwerte präsentierten sich mit deutlichen Gewinnen. So legten Alior Bank und Bank Pekao um jeweils über 2 Prozent zu. Hingegen standen die Aktien von Energieversorgern wie PGE (minus 1,31 Prozent) und Enea (minus 2,30 Prozent) auf der Verliererseite.

In Prag legte der tschechische Leitindex PX um 1,48 Prozent auf 862,37 Punkte zu. Das Handelsvolumen lag bei 1,10 (Freitag: 1,08) Milliarden tschechischen Kronen.

Starke heimische Konjunkturdaten dürften Investoren erfreut haben. Vor allem dank des guten Wirtschaftswachstums ist die Arbeitslosigkeit in Tschechien deutlich gesunken: Ende Juli war die Arbeitslosenquote mit 5,4 Prozent um 0,9 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Tschechien habe die zweitniedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, betonte die Arbeitsmarkt-Behörde in Prag. Nach der EU-Berechnungsmethode hatte Tschechien im Juni eine Arbeitslosenrate von 4,1 Prozent.

Zwar gab es gegenüber dem Vormonat Juni einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, doch das sei eine im Sommer übliche Entwicklung, erläuterte die Leiterin der tschechischen Arbeitsämter, Katerina Sadilkova. Im vergangenen Jahr ist die tschechische Wirtschaft um 4,5 Prozent gewachsen. 2016 dürfte die Wirtschaftsleistung nicht mehr so stark zulegen, weil einmalige Faktoren wie die verstärkte Ausschöpfung der EU-Fördertöpfe wegfallen.

Bei den Einzelwerten schoben sich die Aktien von Vienna Insurance Group (VIG) mit plus 3,97 Prozent an die Spitze des Leitindex. Dahinter folgten die Titel des Mobilfunkunternehmens O2, die um 2,66 Prozent zulegten. Schlusslicht waren die Titel der Moneta Money Bank, welche um 0,68 Prozent sanken.

Am Budapester Aktienmarkt ging es zum Wochenauftaktv nur moderat bergauf: Der ungarische Leitindex Bux gewann 0,17 Prozent auf 27 357,86 Punkte. Das Handelsvolumen belief sich auf 4,4 (Freitag: 6,9) Milliarden Forint.

Bei den Einzelwerten kam es ebenfalls zu keinen großen Bewegungen. Die Aktien von MOL traten mit minus 0,03 Prozent auf der Stelle. Die Berichtvorlage zum zweiten Quartal zeigte, dass die fallenden Ölpreise immer noch auf dem Umsatz und dem operativen Ergebnis des Ölkonzerns lasten dürfte. Der Vorstand bestätigte unterdessen den Jahresausblick.

Die Aktien von Richter Gedeon verloren 0,51 Prozent. Das Pharmaunternehmen und sein US-Partner Allergan gaben bekannt, dass eine jüngste Studie gescheitert war. Das getestete Präparat, welches als Begleittherapie zur Depressionsbehandlung wirken sollte, hatte keine signifikanten Unterschiede zum Placebo gezeigt. Dagegen verzeichneten die Papiere des Elektrizitätsunternehmens Elmü ein Plus von 0,77 Prozent./mad/APA/gl/she