BUDAPEST/WARSCHAU/PRAG/MOSKAU (dpa-AFX) - Osteuropas Handelsplätze haben am Freitag dem international verhaltenen Marktumfeld mehrheitlich getrotzt. Sowohl die europäischen Leitbörsen als auch die Wall Street verzeichneten vor dem Wochenende moderate Verluste.

In Moskau schaffte der rohstofflastige RTS-Interfax-Index dank steigender Ölpreise ein Plus von 0,19 Prozent auf 954,58 Punkte.

An der Warschauer Börse büßte der Wig-30-Index hingegen 0,28 Prozent auf 2112,51 Punkte ein. Auf Wochensicht steht aber ein klares Plus von über 2,3 Prozent zu Buche. Der breiter gefasste Wig-Index sank am Freitag um 0,09 Prozent auf 48 631,44 Punkte.

In Polen wurden vor dem Wochenende einige Konjunkturdaten veröffentlicht. Die Inflation ist weiterhin rückläufig: Im Juli lag sie bei minus 0,9 Prozent, teilte die offizielle Statistikbehörde mit. Ökonomen hatten exakt mit diesem Wert gerechnet.

Polens Industrieproduktion ist hingegen weiter auf dem Vormarsch. Im Juli legte der Output nach Eurostat-Berechnungsmethode um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Experten hatten hier etwas mehr erwartet.

Bei den Einzelwerten erzielten Bank Pekao die höchsten Handelsumsätze. Die Papiere sanken um 0,30 Prozent. Sehr aktiv wurden auch die Aktien von PKN Orlen gehandelt, die um 0,88 Prozent nachgaben. PIGNiG konnten ebenfalls nicht von den steigenden Ölpreisen profitieren und fielen um 1,94 Prozent.

In Prag gewann der tschechische Leitindex PX 0,31 Prozent auf 863,87 Punkte. Auf Wochensicht liegt das Plus bei knapp einem Prozent. Das Handelsvolumen am Freitag betrug 0,59 (Vortag: 0,40) Milliarden tschechische Kronen.

Die beiden in Prag notierten österreichischen Werte profitierten von den Gewinnen an der Wiener Börse. Erste Group verteuerten sich um 1,30 Prozent und VIG legten um 0,69 Prozent zu. Moneta Money Bank stiegen um weitere 0,93 Prozent. Schon am Vortag hatten die Bankpapiere in Reaktion auf die jüngsten Quartalszahlen deutlich zulegen können. Komercni Banka gaben hingegen 0,46 Prozent ab.

Die Aktien von CEZ schlossen 0,54 Prozent tiefer, wogegen O2 um 2,22 Prozent vorrückten.

Die Budapester Börse beendete den Handel deutlich im Plus: Der ungarische Leitindex Bux rückte um 1,05 Prozent auf 27 812,89 Punkte vor. Das Handelsvolumen belief sich auf 16,68 (zuvor: 7,31) Milliarden Forint.

Auch in Budapest standen heimische Daten im Fokus. Ungarns Wirtschaft ist im zweiten Quartal annualisiert um 2,6 Prozent gewachsen, teilte die zentrale Statistikbehörde KSH mit. Im ersten Quartal hatte das Wachstum nur bei 0,9 Prozent gelegen.

Von Unternehmensseite rückten OTP Bank mit aktuellen Zahlen in den Fokus. Der Konzern konnte mit einem Gewinn von 56,5 Milliarden Forint im zweiten Quartal die Konsensschätzung der Analysten um zwölf Prozent übertreffen. Gegenüber dem Vorjahr lag die Steigerung bei 39 Prozent. Die Aktien verteuerten sich um 2,44 Prozent.

Unter den weiteren Schwergewichten legten MTelekom um 1,38 Prozent zu. MOL rückten um 0,29 Prozent auf 17.300 Forint vor und Gedeon Richter schlossen unverändert./nuk/APA/gl/jha/