WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse ist am Donnerstag mit deutlich positiver Tendenz aus dem Handel gegangen. Der ATX schloss um 1,91 Prozent höher bei 2056,49 Punkten. Im Tagesverlauf hatte der heimische Leitindex über weite Strecken klar schwächer tendiert, bevor er von einer festeren Eröffnung an den New Yorker Börsen gestützt in die Gewinnzone wechseln konnte.

Damit ging der Wiener Handel am Donnerstag sehr freundlich zu Ende, obwohl die Nachrichtenlage wenig Grund zur Freude bot. Die beiden Forschungsinstitute IHS und Wifo haben ihre aktualisierten Prognosen für die österreichische Wirtschaft in diesem Jahr veröffentlicht und erwarten darin aufgrund des Coronavirus einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zwischen mindestens 2 und 2,5 Prozent.

In den USA sind zudem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch gestiegen. In der Vorwoche stellten knapp 3,3 Millionen Amerikaner einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. Der bisherige Höchststand wurde 1982 mit 695.000 registriert.

Positiv für die Anleger konnte unterdessen gewertet werden, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem neuen Rettungsprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Coronavirus-Krise die selbst gesteckten Kaufobergrenzen bei Staatsanleihen fallen gelassen hat. Bisher untersagte es das Limit der EZB, über ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Landes zu halten.

Auch bei den Einzelwerten stand die Pandemie im Fokus. Die Papiere des ATX-Schwergewichts Erste Group schlossen nach langen Verlaufsverlusten am Ende doch mit einem Aufschlag von 2,08 Prozent. Am Mittwoch hatte der Bankkonzern bekanntgegeben, seine Hauptversammlung von 13. Mai auf unbestimmte Zeit zu verschieben und die geplante Dividende von 1,5 Euro pro Aktie zu "überprüfen". Am morgigen Freitag wird die Bank ihren Jahresfinanzbericht für 2019 veröffentlichen.

Sehr fest schlossen die Titel von CA Immo (plus 7,98 Prozent). Das Unternehmen hatte am Vorabend einen Rekordgewinn für das Jahr 2019 gemeldet. Das Konzernergebnis legte im Vorjahr um 29 Prozent auf die Rekordhöhe von 393 Millionen Euro zu. Noch weiter aufwärts ging es für die Anteilsscheine von Flughafen Wien (plus 8,35 Prozent) und dem Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom (plus 10,82 Prozent).

Der Mineralölkonzern OMV will 2020 mehr als 4 Milliarden Euro einsparen, um "die Finanzkraft und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sicherzustellen" und "die Versorgungssicherheit mit Energie zu gewährleisten", wie der Konzern am Donnerstag erklärte. Der OMV-Kurs ging unverändert bei 25,69 Euro aus dem Handel./rai/mik/APA/nas